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Syrische Flüchtlinge in Deutschland
Aktuell leben 930.112 syrische Staatsangehörige in Deutschland (Stand: 28.2.2026). Von ihnen sind 10.718 Personen ausreisepflichtig (davon 9.787 Personen geduldet). Die Zahl der Syrer in Deutschland ist leicht rückläufig. Im Dezember 2025 waren es noch 936.300 Personen (4 Prozent weniger als Ende 2024). 70 Prozent von ihnen hatten einen befristeten Aufenthaltstitel – davon rund 544.700 Personen einen Aufenthaltstitel aus „völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen”
Mehr dazu unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/syrische-fluechtlinge-in-deutschland-aufenthaltsstatus/

Abschiebungen und Rückkehr nach Syrien
Syrien steht nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 vor einem Neubeginn – viele Geflüchtete denken über eine Rückkehr nach. In Deutschland wird außerdem vermehrt über Abschiebungen nach Syrien diskutiert.
So haben nach dem Machtwechsel viele Kriegsflüchtlinge beschlossen, nach Syrien zurückzukehren. Seit November 2024 sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund eine Million Syrer*innen aus dem Ausland nach Syrien zurückgekehrt . Rund 510.000 Menschen kamen aus der Türkei, etwa 270.000 aus dem Libanon und 157.000 aus Jordanien (Stand: September 2025). Laut einer Befragung des UNHCR wollen rund 18 Prozent der syrischen Geflüchteten, die in den Nachbarländern leben, bis August 2026 nach Syrien zurückkehren. 1,8 Millionen "Binnenflüchtlinge" (internally displaced persons) konnten zudem innerhalb von Syrien an ihre Herkunftsorte zurückkehren.
Seit Januar 2025 können syrische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland im Rahmen des Bund-Länder-Programms REAG/GARP nach Syrien zurückkehren. Nach Angaben des Innenministeriums auf Anfrage des Mediendienstes sind zum Stichtag 31.10.2025 rund 2.900 Ausreisen über das Programm erfolgt. Das Programm deckt Reisekosten, eine Reisebeihilfe (200 Euro für Erwachsene, 100 Euro für Minderjährige) und finanzielle Starthilfe (1.000 EUR pro Person, maximal 4.000 EUR pro Familie) sowie gegebenenfalls medizinische Kosten.Quelle
Freiwillige Ausreisen nach Syrien können seit 2017 auch durch die zuständigen Stellen der Länder gefördert werden. Zwischen Dezember 2024 und Ende Oktober 2025 gab es darüber 346 freiwillige Ausreisen.
Mehr dazu und über mögliche Abschiebungen gibt es unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/abschiebungen-und-rueckkehr-nach-syrien/

Länderreport Syrien nach Assad
Der Länderreport des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befasst sich mit der Situation in Syrien seit dem Sturz der Assad-Regierung und der Machtübernahme Hay’at Tahrir al-Shams. Er enthält Informationen zum Aufbau von Regierungs- und Sicherheitsstrukturen durch die neue Übergangsregierung, Vorfälle und Trends in der Sicherheitslage, die Situation von bestimmten Bevölkerungsgruppen unter den neuen Herrschern sowie über den Umgang der Behörden mit der Zivilbevölkerung und die humanitäre Lage innerhalb des Landes.
Den Länderreport gibt es unter: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Behoerde/Informationszentrum/Laenderreporte/2026/2025-03-laenderreport-syrien.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 27. April 2026
1. Hasaka: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen der SDF in Qamishli und Hasaka-Stadt
Einem Medienbericht vom 23.04.26 zufolge erhöhten die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) in verschiedenen Städten und Ortschaften, insbesondere Hasaka-Stadt und Qamishli, im Gouvernement Hasaka ihre Sicherheitspräsenz. Demnach hätten sie zentrale Stützpunkte personell verstärkt und zusätzliche Checkpoints in einigen Wohnvierteln eingerichtet – zuvor befanden sich diese primäre an Hauptstraßen – an denen intensivierte Sicherheitskontrollen durchgeführt würden. In einigen dieser Fälle seien auch Mobiltelefone von Passantinnen und Passanten kontrolliert worden. Eine Zivilperson soll dem Medienbericht zufolge festgenommen worden sein, da sie gegen das Hissen einer Flagge der Partei der Demokratischen Union (PYD, politischer Arm der YPG, der dominanten Gruppierung innerhalb der SDF) über seinem Haus protestierte. Nur wenige Tage zuvor hatten die SDF angekündigt Checkpoints an den Eingängen zu Hasaka-Stadt und Qamishli sowie entlang des M4-Highways zu reduzieren. Die SDF bemühe sich Berichten zufolge derzeit um eine Mobilisierung der Zivilgesellschaft, während es weiterhin Spannungen mit der Übergangsregierung im Zuge der Integrationsbemühungen gibt. In al-Mabada soll bspw. die sog. Revolutionäre Jugend, die mit den SDF in Verbindung steht, einige Ladenbesitzer gezwungen haben ihre Geschäfte zu schließen und an Protesten zur Freilassung von SDF-Kämpfern durch die Übergangsregierung teilzunehmen. Lediglich die Gebiete um Qamishli und HasakaStadt sowie Kobane stehen noch unter Kontrolle der SDF. Im Rahmen der Integrationsprozesse der SDF- und DAANES-Strukturen in die Behörden der Übergangsregierung kommt es weiterhin zu zunehmenden Spannungen zwischen den beiden Seiten. Zwar wurde die Kontrolle über Gefängnisse Berichten zufolge nun an die Übergangsregierung übergeben, die Übersendung von Mitarbeitendenlisten von Justizbehörden erfolgte bislang allerdings nicht. Außerdem sei das Gerichtsgebäude in Qamishli noch immer nicht übergeben und den Gerichtsmitarbeitenden in Hasaka der Zugang zum Gebäude verwehrt worden. Im Gegenzug zu diesen Entwicklungen berichtete ein Onlinemedium am 24.04.26 von einem Sicherheitsvakuum in Ortschaften im südlichen Hasaka, insbesondere im Subdistrikt Markada, welches unter Kontrolle der Übergangsregierung steht. Dort hätte aufgrund mangelnder Präsenz von Kräften der Inneren Sicherheit Diebstahl, insbesondere von Autos und landwirtschaftlichen Fahrzeugen, zugenommen. Lediglich ein Checkpoint der Inneren Sicherheit sei für 110 Dörfer zuständig.
2. Übergangsjustiz: Öffentlicher Prozess gegen Assad und Assad-Funktionäre beginnt; mutmaßlicher Täter des Tadamon-Massakers verhaftet
Am 26.04.26 wurde das erste öffentliche Verfahren gegen den ehemaligen Präsidenten Bashar al-Assad und hochrangige Funktionäre seiner Regierung eingeleitet. Die Fälle der meisten Beschuldigten, darunter auch der Bruder des früheren Präsidenten, Maher al-Assad, sollen in absentia verhandelt werden. Der einzig anwesende Angeklagte ist der vormalige Brigadegeneral Atef Najib. Ihm wird in seiner Rolle als Leiter des Daraa-Büros des Geheimdienstes Abteilung für politische Sicherheit die Niederschlagung der Proteste im Jahr 2011 in Daraa vorgeworfen, die zum Ausbruch des Bürgerkriegs führten. Der nächste Gerichtstermin soll am 20.05.26 erfolgen. Der Hauptverdächtige in der Durchführung des Tadamon-Massakers im Jahr 2013 wurde am 24.04.26 durch die Sicherheitskräfte der Übergangsregierung im ländlichen Hama inhaftiert. Kurz darauf wurden weitere seiner Familienmitglieder, darunter sein Vater und seine Ehefrau festgenommen. Den Angehörigen wird vorgeworfen, in der Vergangenheit das Verschwinden des Verdächtigen gedeckt zu haben. Zwei Tage nach seiner Verhaftung veröffentlichte das Innenministerium ein Video, in dem er die Durchführung des Massakers gestehen soll. Im Rahmen weiterer Razzien gegen Funktionäre der Assad-Regierung wurde ein Mitglied der Sicherheitskräfte getötet, nachdem die Inhaftierung in der Ortschaft Baabda, nahe Jableh, zu bewaffneten Auseinandersetzungen führte.
3. Deir ez-Zor: Mann in Haft gestorben
Medienberichten zufolge ist ein Syrer in einem Gefängnis der Inneren Sicherheit der Übergangsregierung in Deir ez-Zor nur wenige Tage nach seiner Verhaftung während des Fests des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) ums Leben gekommen. Dem Toten wurde vorgeworfen, einer Zelle anzugehören, die mit iranischen Milizen in Verbindung stehe. Offiziellen Angaben der Sicherheitsbehörden zufolge sei er an einem Herzinfarkt gestorben. Im Internet kursierende Bilder sollen jedoch Blutergüsse und Spuren von Gewalteinwirkungen zeigen. Der Fall erinnerte einem Artikel zufolge an den Tod einer Person in Aleppo in Gewahrsam der Transportdirektion am 12.04.26. Die Behörden gaben an, der Betroffene sei an einem Herzinfarkt infolge einer Prügelei gestorben.
4. Quneitra: Andauernde Razzien und Verhaftungen durch israelisches Militär
Das israelische Militär weitet die baulichen Strukturen einer Basis nahe des östlichen Tal al-Ahmar, im Süden des Gouvernements Quneitra, innerhalb der Pufferzone, aus. Darüber hinaus seien einem Bericht vom 24.04.26 zufolge auch mehrere Gebäude im bereits zu großen Teilen zerstörten Quneitra-Stadt abgerissen worden, darunter eine Moschee. Es sei demnach unklar, ob es sich um Maßnahmen zur Ausweitung einer
weiteren Militärbasis handelt oder zur Ausdehnung der sog. Sufa-Linie, bei der es sich um eine militärisch befestigte Straße handelt. Gleichzeitig finden weiterhin Razzien in syrischen Ortschaften und Verhaftungen von Einzelpersonen statt. Das israelische Militär nahm am 20.04.26 zwei Brüder in der Ortschaft Bariqa fest. Einer von ihnen ist minderjährig. Zwei Tage später wurde ein Landwirt im Norden des Gouvernements festgenommen. Ein weiterer Festgenommener aus der Ortschaft Taranja wurde nach wenigen Stunden bereits freigelassen. Während einige Betroffene nach wenigen Stunden wieder freigelassen werden, befinden sich andere über Monate hinweg im Gewahrsam des Militärs. Aussagen der Familie eines 17-Jährigen nach soll der aus Jubata al-Khashab stammende Jugendliche seit eineinhalb Jahren festgehalten werden.
Quellen:
1. Enab Baladi, Security Alert in al-Hasakah, Tight Measures and Arrests, last update 23.04.2026; Enab Baladi, Syria: al-Hasakah Security Vacuum Drives Theft Surge in Markada, last update 24.04.2026; The New Arab, SDF begins removing checkpoints in Hasakah, handing over prisons to Syrian government, last update 20.04.2026.
2, Enab Baladi, Syrian Interior Ministry Arrests Tadamon Massacre Perpetrator Amjad Youssef, last update 24.04.2026; Associated Press, Syria’s first public trial of Assad-era officials opens in Damascus, last update 26.04.2026; Enab Baladi, Criminal Court No. 4 Prepares for Historic Trial in Damascus, last update 25.04.2026; SANA, Several relatives of criminal Amjad Youssef, including his father, arrested, last update 25.04.2026; Enab Baladi, Damascus Starts Trial of Atef Najib, Assad in Absentia, last update 26.04.2026; Enab Baladi, Interior Ministry Detains Amjad Youssef’s Relatives, last update 26.04.2026; Enab Baladi, Amjad Youssef Admits al-Tadamon Massacre: I Received No Orders, last update 26.04.2026; The New Arab, Syria: Security officer killed in operation to arrest Assad-era official, Israeli forces abduct two men, last update 20.04.2026; The New Arab, Syrian court Begins proceedings against Assad and allies, last update 26.04.2026.
3. SOHR, Days after arresting him | Young man from Deir Ezzor di*es inside prison of General Security, last update 21.04.2026; Enab Baladi, وﻓﺎة ﺷﺎب ﻓﻲ ﻣرﻛز اﺣﺗﺟﺎز ﺗﺛﯾر اﻟﻐﺿب ﻓﻲ دﯾر اﻟزور, last update 23.04.2026.
4. Enab Baladi, Israeli Forces Arrest Two Youths in Quneitra Incursions, last update 20.04.2026; Enab Baladi, Israeli Forces Detain Farmer in Quneitra Incursion, last update 22.04.2026; Enab Baladi, Quneitra, Residents Call on UNDOF to Address Detainees and Stop Israeli Attacks, last update 22.04.2026; Enab Baladi, Israel Destroys Mosque and Buildings in Quneitra, last update 24.04.2026.Fügen Sie eine Beschreibung des Tabs mit relevanten Informationen für die Website-Besucher hinzu. Wenn Sie Serviceleistungen anbieten, sollten Sie erläutern Sie, was die einzelnen Leistungen auszeichnet. Wenn Sie Tabs verwenden, um das Angebot eines Restaurants zu bewerben, beschreiben Sie, was die einzelnen Gerichte auszeichnet.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 20. April 2026
1. Staatenlose Kurdinnen und Kurden: Befristete Zentren zur Einreichung von Anträgen auf syrische Staatsbürgerschaft
Basierend auf dem am 16.01.26 erlassenen Präsidialdekret Nr. 13 aus dem Jahr 2026, das Kurdinnen und Kurden in Syrien umfassende Rechte zusicherte, darunter für Staatenlose die Zuerkennung der syrischen Staatsbürgerschaft, können Betroffene seit dem 06.04.26 Anträge einreichen. Zu diesem Zweck richtete das Innenministerium insgesamt neun Zentren ein: Jeweils eines in den Gouvernements Damaskus, Aleppo, Raqqa und Deir Ez-Zor sowie fünf im Gouvernement Hasaka. Das Innenministerium habe vorerst eine Frist von einem Monat für die Entgegennahme von Anträgen festgelegt. Der Antragsprozess besteht nach Angaben des syrischen Generaldirektors für Zivilangelegenheiten aus mehreren Schritten, von der Antragseinreichung über die Registrierung und einem anschließenden Interview mit einem Fachausschuss zur Überprüfung der Angaben bis hin zur Datenverarbeitung und schließlich, im Erfolgsfall, einem Einbürgerungsbescheid des Innenministeriums. Die beiden wichtigsten Dokumente für staatenlose Antragstellende zum Nachweis ihrer Berechtigung auf die syrische Staatsbürgerschaft seien laut Medienberichten der Personalausweis und der Wohnsitznachweis. Falls keines von beiden vorliegt, können alternative Dokumente wie ein auf ihren Namen ausgestellter Stromzähler, die Schulanmeldung der Kinder, ein Kaufvertrag oder sonstige Nachweise über die Anwesenheit in Syrien verwendet werden. Es sei zudem möglich, dass ein Familienvorstand einen gemeinsamen Antrag für die Familie stellt.
Insbesondere für die Gruppe der Maktoumeen seien die geforderten Nachweise jedoch schwer zu erbringen, da sie in der Regel keine auf ihren Namen ausgestellte Dokumente besitzen, teils auch keine Registrierung von Stromzählern. Auch Schulzeugnisse seien infolge der Vertreibungen schwer zu erhalten. Weitere Herausforderungen bestünden im Aufbringen der Transportkosten für die Anreise zu den Antragszentren, insbesondere für diejenigen, die in abgelegenen oder unterversorgten Gebieten leben. Nach Angaben eines Rechtsanwalts muss jeder Antrag persönlich und ohne Anwalt oder Bevollmächtigten gestellt werden. Der syrische Generaldirektor für Zivilangelegenheiten verwies mit Bezug auf den Wortlaut des Präsidialdekrets Nr. 13 darauf, dass das Recht der Antragsstellung denjenigen staatenlosen kurdischen Personen offenstehe, die sich auf syrischem Territorium befinden.
2. Damaskus/Rif Dimashq: Festnahme Dutzender palästinensischer Personen
Laut einem am 14.04.26 von einer NGO veröffentlichten Bericht nahmen die syrischen Sicherheitskräfte in den vorangegangenen Tagen in den Gouvernements Damaskus und Rif Dimashq mehr als 40 palästinensische Personen fest. Nach Angaben der Organisation sei die Mehrheit in palästinensischen Geflüchtetenlagern in der Nähe der Hauptstadt verhaftet worden: Mindestens 30 Personen im Lager Khan al-Shih südwestlich von Damaskus, zwei im Lager Jaramana und vier im Lager al-Huseiniyeh. Weitere Festnahmen erfolgten im Damaszener Stadtteil Ruken al-Din und im Dorf al-Hamah (Rif Dimashq). Die meisten seien in ihren Häusern verhaftet worden, andere auf dem Weg zur Arbeit. Laut dem Direktor der NGO habe das Innenministerium keine Stellungnahme dazu abgegeben, auch seien keine Gründe für die Verhaftungen genannt worden.
3. Damaskus: Demonstrationen gegen sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und steigende Lebenshaltungskosten
Am 17.04.26 kam es auf dem Yusuf al-Azmeh-Platz in Damaskus angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten und der sich verschlechternden Lebensbedingungen zu Demonstrationen und Sitzstreiks. Medienberichten zufolge forderten die Demonstrierenden politische und wirtschaftliche Reformen, darunter die Koppelung der Gehälter an die Lebenshaltungskosten, die Senkung der Strompreise, die Wiedereinstellung von Mitarbeitenden, die infolge des Regierungswechsels entlassen worden waren sowie den Schutz öffentlicher Dienstleistungen vor Privatisierung. Es sei zu Spannungen gekommen, als sich Anhänger der syrischen Übergangsregierung in der Nähe versammelten und die Demonstrierenden beschuldigten, Überbleibsel der ehemaligen Assad-Regierung zu sein. Bei Handgreiflichkeiten sei mindestens eine Person verletzt worden, zudem sei eine Journalistin während einer Live-Übertragung von einer Person angegriffen worden, die ihr vorwarf, mit der Assad-Regierung zu sympathisieren. Die Sicherheitskräfte seien eingeschritten, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen. Landesweit kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Streiks und Demonstrationen, die vor allem durch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage ausgelöst werden.
4. Suweida: Politischer Gegner des drusischen Sheikhs Hikmat al-Hijri getötet
Ein politischer Gegner des drusischen Sheikhs Hikmat al-Hijri wurde am 14.04.26 von unbekannten Angreifern bei einem Entführungsversuch in Suweida-Stadt erschossen. Lokalen Medien zufolge sei er ein prominenter Kritiker al-Hijris und der von ihm angeführten Nationalgarde gewesen. Ein kürzlich von al-Hijri veröffentlichtes Video sorgte für Kontroversen, nachdem er darin zum einen die enge Beziehung der drusischen Bevölkerung zu Israel betonte, zum anderen von der Bildung eines neuen Verwaltungsrates sprach und dabei diejenigen, die die syrische Zentralregierung unterstützen, aufforderte, das Gouvernement Suweida zu verlassen. Der Gouverneur von Suweida hingegen betonte, dass die Nationalgarde unter al-Hijri sämtliche Bereiche des öffentlichen Lebens kontrollierten, was die Erbringung von staatlichen Dienstleistungen beeinträchtige; ferner wies er darauf hin, dass diejenigen, die ihre Unterstützung für die Zentralregierung zum Ausdruck bringen, von den örtlichen Milizen, darunter der Nationalgarde, mit tödlichen Angriffen bedroht würden.
5. Vollständiger US-Truppenabzug
Am 16.04.26 schlossen die US-Streitkräfte ihren Abzug vom Luftwaffenstützpunkt in Qasrak (Gouvernement Hasaka) und damit die Übergabe aller Militärbasen ab, wie Beamte beider Seiten mitteilten. Wie Medien berichteten, habe die syrische Armee somit die vollständige Kontrolle über die bisherigen US-Militärstützpunkte im Land übernommen. Das US-Militär werde eigenen Angaben nach weiterhin die von ihren Partnern geführten Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung in Syrien unterstützen, ohne dort permanente Stützpunkte zu errichten. Diese werde voraussichtlich Ausbildung, Beratung, Aufklärung und womöglich logistische Unterstützung für die syrischen Sicherheitskräfte umfassen, insbesondere bei Operationen gegen den IS. Qasrak galt als wichtiger US-Stützpunkt im Nordosten Syriens und diente in den letzten Monaten als Logistikdrehscheibe für Konvois und militärische Ausrüstung, die5. in den Irak transportiert wurden.
Quellen:
1. The New Arab, Syria's Kurds register for citizenship after decades of marginalisation, last update 16.04.2026; France24, Syria's Kurds register for citizenship after decades of marginalisation, last update 16.04.2026; Syria Direct, Denied for decades, Syria’s stateless Kurds edge towards recognition, last update 09.04.2026; SANA, Syria’s Interior Ministry begins receiving citizenship applications from Kurds, last update 01.04.2026.
2. The New Arab, Dozens of Palestinians arrested in Syria without government explanation, last update 15.04.2026.
3. Enab Baladi, Two Demonstrations, Security Forces Separate Them, What Happened in Damascus’ al-Muhafazah Square?, last update 17.04.2026; The New Arab, Syrian govt supporters, opponents clash in Damascus amid protests over economic conditions, last update 18.04.2026; The Syrian Observer, Law and Dignity Sit-in in Damascus: Ten Demands for Political and Economic Reform, last update 17.04.2026.
4. The New Arab, Rival of Druze leader Hikmat al-Hiri gunned down in Syria's Suweida, last update 15.04.2026.
5. AP, US completes withdrawal from key base in Syria as part of a larger drawdown, last update 16.04.2026; The New York Times, U.S. Completes Handover of Military Bases in Syria, last update 16.04.2026.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 13. April 2026
1. Grenzen: Wiedereröffnung des Grenzübergangs al-Waleed/al-Tanf; Jdeidat-Yabous-Grenzübergang; Flughafen
Damaskus
Medienberichten zufolge wurde der Grenzübergang al-Waleed/al-Tanf (Gouvernements Anbar und Homs) an der syrisch-irakischen Grenze am 31.03.2026 für kommerziellen Verkehr insbesondere im Energiesektor wiedereröffnet, nachdem die Übergangsregierung im Vormonat die Kontrolle über die Einrichtung zurückerhielt. Seitdem der IS im Jahr 2015 die Kontrolle über die Grenzvorrichtung erlangte, blieb sie
geschlossen. In al-Tanf richtete das US-amerikanische Militär eine Militärbasis ein, die es im Kampf gegen den IS nutzte und im Februar 2026 im Kontext eines größeren Truppenabzugs aus Syrien räumte. Bereits im Juni 2025 wurde der Grenzübergang al-Bukamal für kommerziellen und Personenverkehr wiedereröffnet. Eine Wiedereröffnung des Rabia/al-Yaroubiyah-Grenzübergangs (Gouvernements Nineveh und Hasaka) befindet sich den Berichten zufolge in Prüfung und ist zeitnah geplant. Eine Kontrollübernahme des in den vergangenen Jahren genutzten Übergangs Semalka/Faysh Khabour (Gouvernements Dohuk und Hasaka) durch die Behörden der Übergangsregierung werde ebenfalls angestrebt. Nachdem der Jdeidat-Yabous-Grenzübergang zum Libanon aufgrund von letztlich nicht umgesetzten Drohungen durch das israelische Militär einige Tage geschlossen blieb, wurde er am 09.04.26 erneut geöffnet und solle Angaben der zuständigen Behörde nach erneut rund um die Uhr Personenverkehr ermöglichen. Außerdem verkündete die Syrische Zivile Luftfahrtbehörde nach der Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA, Israel und Iran die Öffnung des syrischen Luftraums und Wiederaufnahme des regulären Flugverkehrs am Internationalen Flughafen Damaskus. In der Nacht erfolgte der erste Flug nach Istanbul.
2. Quneitra: Syrer durch Beschuss von israelischem Militär getötet
Am 03.04.26 wurde Medienberichten zufolge ein minderjähriger Syrer durch ein Panzergeschoss auf sein Fahrzeug getötet, als er Angaben des Mediendirektorats von Quneitra zufolge nach seinem Vieh in der Nähe der Ortschaft al-Rafeed sehen wollte. Der Vorfall ereignete sich nahe der informellen Grenze, welche durch einen Stacheldraht den Übergang zu Gebiet unter Besatzung des israelischen Militärs markiert. Es kommt weiterhin zu (z.T. temporären) Verhaftungen und Straßensperren im Rahmen israelischer Militäroperationen und Razzien auf syrischem Gebiet. Diese fanden zuletzt unter anderem entlang der Straße nach Beit Jinn (Gouvernement Rif Dimashq) und in den Ortschaften Kudna, Tal
al-Ahmar al-Sharqi, al-Ajraf und Jubata al-Khashab statt.
3. WFP: 80 % der syrischen Bevölkerung von Lebensmittelunsicherheit betroffen
Im Rahmen einer Aktualisierung der Daten für Januar 2026 teilte das WFP mit, dass 80 % der Syrerinnen und Syrer im Land weiterhin keinen gesicherten Zugang zu ausreichenden, täglichen Mahlzeiten hätten. Im Jahr 2025 seien demnach lediglich 18 % der syrischen Haushalte als „lebensmittelsicher“ einzustufen. Obgleich dies eine Verbesserung zu 11 % im Jahr 2024 darstellt, bleibt Lebensmittelunsicherheit weit verbreitet. Dem WFP zufolge seien unter anderem insbesondere Bewohnerinnen und Bewohner von Vertriebenenlagern, Binnenflüchtlinge, Rückkehrerinnen und Rückkehrer, Menschen mit Behinderungen und frauengeführte Haushalte betroffen. Darüber hinaus sei die Unsicherheit in besonders von der Dürre der vergangenen Jahre betroffenen Gebieten wie Hasaka, Raqqa und Suweida aufgrund von Ernterückgängen und weniger
Arbeitsmöglichkeiten besonders hoch. In den Zahlen noch nicht enthalten sind potentielle Auswirkungen des Kriegsausbruches in der Region.
4. Entführungen von alawitischen Frauen und Mädchen
Eine internationale Tageszeitung berichtete in einem ausführlichen Artikel vom 03.04.26 erneut von Entführungen alawitischer Frauen und Mädchen seit dem Sturz der Assad-Regierung. In den meisten Fällen würde Lösegeld von den Familien erpresst, doch nicht immer seien die Opfer nach der Zahlung desselbigen freigelassen worden. Demnach würden in vielen Fällen Misshandlungen und sexuelle Gewalt gegen die Opfer angewandt. Neben syrischen Aktivistinnen und Aktivisten teilte im Juli 2025 auch Amnesty International glaubhafte Berichte über 36 derartiger Fälle vorliegen sowie acht Fälle selbst dokumentiert zu haben. Die UN-Kommission zu Syrien hatte im August 2025 sechs Entführungen erfasst und Dutzende weitere Fälle zu denen glaubhafte Berichte vorlägen. Eine syrische Frauenrechtsorganisation habe seit Beginn 2025 das Verschwinden von insgesamt 80 Alawitinnen dokumentiert. In 26 Fällen wurde eine Entführung bestätigt. Von diesen seien zehn Opfer zu ihren Familien zurückgekehrt, drei würden weiterhin vermisst und in 13 Fällen sei der Status der Entführten unklar. Die Übergangsregierung lehnte bereits in der Vergangenheit derartige Berichterstattungen ab und gab an im Rahmen einer Überprüfung von insgesamt 42 Fällen lediglich einen Fall einer solchen Entführung verifizieren zu können. In den verbliebenen Fällen seien die Betroffenen demnach in Prostitution oder andere Verbrechen involviert gewesen, mit Liebhabern davongelaufen oder vor häuslicher Gewalt geflohen. Um sozialen Stigmata zu entgehen hätten die Familien daraufhin behauptet die Betroffenen seien entführt worden.
5. Maneen: Erlass von Regelungen zur öffentlichen Moral
Medienberichten vom 09.04.26 zufolge erließ die Gemeinde Maneen (Gouvernement Damaskus) einen Beschluss, der demnach den Anspruch erhebt die Wahrung von Anstand und Ehre sicherzustellen und mit den Lehren des islamischen Rechts und den in den geltenden Gesetzen festgelegten Grundsätzen der öffentlichen Moral in Einklang zu stehen. Die enthaltenen Regelungen umfassen unter anderem das Verbot des Verkaufs und öffentlichen Konsums alkoholischer Getränke, das Verbot der Lizenzierung von Nachtclubs innerhalb der Verwaltungsgrenzen von Maneen oder auch sittsame Kleidung von Männern und Ffauen Ferner enthalten die Regelungen ein Verbot von Versammlungen von Männern vor den Häusern anderer Leute oder in engen Straßen, um die Bewegungsfreiheit von Frauen und Mädchen nicht zu behindern, sowie ein Verbot Personen oder
Privateigentum ohne ausdrückliche Genehmigung zu fotografieren.
6. Suweida: Unruhen nach Benennung des Bildungsdirektors; Auflösung des Obersten Rechtsausschusses
Das syrische Bildungsministerium benannte Medienberichten zufolge am 01.04.26 einen Nachfolger der ausscheidenden Bildungsdirektorin. Wenige Tage später habe eine bewaffnete Gruppierung das Bildungsdirektorat gestürmt, um die Arbeit der Mitarbeitenden zu unterbinden. Der neue Bildungsdirektor kündigte daraufhin seinen Rücktritt an. Ein lokales Medium berichtete, es handelte sich bei der bewaffneten
Gruppierung um Mitglieder des Milizenbündnisses unter dem Namen Nationalgarde, welches die Sicherheitskontrolle im Großteil des Gouvernements Suweida ausübt. Am Tag darauf hielten zahlreiche Mitarbeitende des Direktorats, darunter auch Lehrkräfte, als Zeichen der Ablehnung der chaotischen Bedingungen sowie des Einsatzes von Waffen in einer Bildungseinrichtung, einen Streik ab. Am 05.04.26 fanden sich zahlreiche Protestierende am al-Karama-Platz in Suweida-Stadt ein und verlangten den Rücktritt des Obersten Rechtsausschusses aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen und Lebensbedingungen. Bewohnerinnen und Bewohner von Suweida stehen den Berichten zufolge vor großen Herausforderungen bei der Deckung der eigenen Lebenshaltungskosten und sind häufig abhängig von humanitären Hilfen und Geldern von Freunden und Familie aus dem Ausland.
Quellen:
1. Al-Monitor, Syria reopens key crossing after 11 years, aiding Iraq's oil exports amid war, last update 01.04.2026; Enab Baladi, Al-Tanf Border Crossing Reopens to Iraqi Oil Tankers, last update 31.03.2026; Enab Baladi, Syria Reopens Airspace and Jdeidet Yabous Border Crossing With Lebanon, last update 09.04.2026.
2. Enab Baladi, Israeli Shell Kills Teen in Quneitra, last update 04.04.2026; Enab Baladi, Israeli Army Closes Roads, Isolates Villages in Quneitra, last update 04.04.2026; Enab Baladi, Rural Damascus, What Is the Truth About an Israeli Incursion Into Beit Jinn?, last update 04.04.2026; Enab Baladi, Israeli Incursions Continue in Quneitra as Raids and Arrests Expand, last update 08.04.2026.
3. WFP Syria, Country Brief February 2026, last update 05.03.2026, S. 1; WFP, Projected increase in acute food insecurity due to the
Middle East conflict, last update 23.03.2026; The New Arab, 80% of Syrians still suffering food insecurity, despite conflict dying down, last update 06.04.2026.
4. The New York Times, In Syria, Kidnappings of Women and Girls Fuel a Minority Group’s Fears, last update 03.04.2026; Amnesty
International, Syria: Authorities must investigate abductions of Alawite women and girls, last update 28.07.2025; UN COI, Violations against civilians in the coastal and westerncentral regions of the Syrian Arab Republic (January–March 2025) Independent International Commission of Inquiry on the Syrian Arab Republic, A/HRC/59/CRP.4, last update 11.08.2025.
5. Syria TV, ﻣﻧﮭﺎﺣظرﺑﯾﻊاﻟﻛﺣول..ﻣﺟﻠسﻋﯾنﻣﻧﯾنﯾﺻدرﺗﻌﻠﯾﻣﺎتﻟﺗﻧظﯾماﻟﺣﯾﺎةاﻟﻌﺎﻣﺔﻓﻲاﻟﺑﻠدة , last update 09.04.2026; Zaman al-Wasl, ﺑﻠدﯾﺔ"ﻣﻧﯾن"ﺗﻣﻧﻊ
اﻟﻛﺣولوﺗﻔرضًﻗﯾوداﻋﻠﻰاﻟﻠﺑﺎسواﻟﺗﺟﻣﻌﺎت , last update 10.04.2026.
6. Enab Baladi, Armed Group Storms Suwayda Education Directorate, Director Withdraws, last update 07.04.2026; Enab Baladi, Suwayda Education Employees Strike Over “Chaos”, last update 07.04.2026; Enab Baladi, al-Hijri Dissolves Legal Committee in Suwayda, letzte Aktaulisierung 08.04.2026; Enab Baladi, Suwayda Protest Backs al-Hijri, Seeks Self-Determination, last update 12.04.2026.

Machtwechsel in Syrien: SVR fordert weiterhin Schutz für Geflüchtete
Vor dem Hintergrund des Machtwechsels in Syrien warnt der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) in einem aktuellen Pressestatement vor vorschnellen Rückkehrforderungen.
Zwar sei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach §73 AsylG gesetzlich verpflichtet, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu widerrufen, wenn die Voraussetzungen dafür nicht mehr vorliegen. „Das ist aber erst dann der Fall, wenn sich die Verfolgungssituation dauerhaft geändert hat und nicht mehr besteht, so dass den Rückkehrenden keine Gefahren mehr drohen. Das kann seriös derzeit niemand sagen, entsprechende Forderungen sind daher vor dem Hintergrund des beginnenden Wahlkampfes zu sehen“, sagt der SVR-Vorsitzende Prof. Hans Vorländer.
Das vollständige Pressestatement gibt es unter: https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2024/12/SVR-Presseinformation_Syrische-Fluechtlinge-brauchen-weiterhin-Schutz.pdf

Aktuelles aus Syrien: Informationen aus den wöchentlichen Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 3. November 2025
Informationen über Syrien in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrien