Ukraine: Informationen über Geflüchtete bei uns und die Situation im Heimatland

Informationen zu Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 sind mehr als eine Million Menschen aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Der Mediendienst Integration hat dazu die wichtigsten Zahlen zusammengestellt. 


Danach halten sich nach Angaben des Ausländerzentralregisters am Stichtag 31. Oktober in Deutschland


⦁ 1.309.374 Flüchtlinge aus der Ukraine auf, davon 1.270.826 ukrainische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Von diesen haben1.127.185 einen Aufenthaltstitel nach §24 AufenthG

⦁ 55.703 eine Fiktionsbescheinigung (d.h. es wurde noch nicht über den Antrag entschieden)

⦁ 53.904 einen Antrag auf §24 AufenthG gestellt

⦁ 32.067 ein Schutzgesuch geäußert und

⦁ 40.515 noch kein Schutzgesuch geäußert und keine Titelerteilung.


Mehr dazu unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/ukrainische-fluechtlinge-in-deutschland/wie-viele-fluechtlinge-aus-der-ukraine-leben-in-deutschland

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 2. Februar 2026

1. Bemühungen um Waffenstillstand


Nachdem Präsident Selenskyj eine kurz bevorstehende Einigung mit den USA über Sicherheitsgarantien bekanntgegeben hatte, berichteten Medien am 27.01.26, dass die Trump-Regierung der Ukraine signalisiert habe, dass die Sicherheitsgarantien wohl von der Abtretung des Donbas abhingen. Zudem sei angedeutet worden, dass weitere Waffen zur Stärkung der ukrainischen Armee im Frieden dann angeboten würden, wenn die ukrainische Führung Truppen aus den von ihr kontrollierten Gebieten der Ostukraine abziehe.


Nachdem US-Präsident Trump laut Berichterstattung vom 30.01.26 äußerte, Präsident Putin habe nach seinem Appell vor dem Hintergrund der aktuellen Kältewelle einer einwöchigen Waffenruhe zugestimmt, habe die Russische Föderation (RF) eine Aussetzung der Angriffe auf die Energieinfrastruktur bis lediglich 01.02.26 zugesichert, um günstige Bedingungen für die weiteren Verhandlungen in Abu Dhabi zu schaffen. Laut Selenskyj habe es in allen Regionen „von Donnerstagabend bis Freitag tatsächlich keine Angriffe auf Energieanlagen gegeben.“ Auch die Ukraine habe ihre Angriffe eingestellt. In der Nacht zum 31.01.26 seien jedoch wieder Meldungen über gegenseitige Angriffe erfolgt. Nun würde die Verkehrsinfrastruktur vermehrt in den Fokus russischer Angriffe geraten. Unterdessen wurde laut Mitteilung von Selenskyj die nächste Gesprächsrunde auf den 04.02. u. 05.02.26 verschoben.


2. Zivile Opfer


Medienangaben zufolge forderten russische Angriffe im Zeitraum 26.01. bis 01.02.26 mehrere zivile Todesopfer in folgenden ukrainischen Regionen: 27.01. (Donezk: 6, Charkiw: 6, Odessa: 3, Cherson: 1, Saporischschja: 1), 28.01. (Region Kyjiw: 2, Dnipropetrowsk: 1), 29.01. (Saporischschja: 3, Cherson: 3, Donezk: 1, Dnipropetrowsk: 1), 30.01. (Cherson: 2, Donezk: 2, Sumy: 1), 31.01. (Donezk: 2, Dnipropetrowsk: 18, davon 16 bei einem Drohnenangriff auf einen Bus mit Bergleuten). Laut Medienberichten vom 01.02.26 wurden mindestens sechs Personen bei einem russischen Drohnenangriff auf eine Geburtsklinik in Saporischschja verletzt. Unter Berufung auf UN-Angaben wurde die Zahl der bestätigten zivilen, ukrainischen Opfer seit 2022 dabei mit knapp 15.000 angegeben. 


3. Kriegsgeschehen


Das Institute for the Study of War hatte Berichten zufolge über die Nutzung von Starlink für die Lenkung von russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine berichtet. Die RF habe die Starlink-Terminals über Drittländer bezogen. Starlink-Systeme seien auf russischen Langstreckendrohnen entdeckt worden. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums arbeitet man nun mit Elon Musks SpaceX zusammen, um die RF an der Drohnensteuerung mithilfe von Starlink zu hindern. Laut Medienangaben vom 28.01.26 versucht die russische Armee weiterhin aktiv, vor allem als Zivilisten getarnte Angriffsgruppen einzuschleusen. Dies würde jedoch von ukrainischer Seite systematisch vereitelt.


4. Energieinfrastruktur


Infolge russischer Luftangriffe wurden am 26.01.26 laut Berichterstattung 80 % der Stromversorgung in Charkiw unterbrochen. Auch in Odessa sei eine Energieanlage beschädigt worden. Nach Aussage von Energieminister Denys Schmyhal vom 28.01.26 waren nach diversen Luftangriffen im Januar 2026 zu diesem Zeitpunkt noch 710.000 Haushalte in Kyjiw ohne Strom. Der Strom müsse seitdem über Hochspannungsleitungen importiert werden, welche jedoch auch beschossen würden. Bis zum Wiederaufbau der eigenen Stromerzeugungskapazitäten würden in Kyjiw stundenweise Notfall-Stromabschaltungen gelten. Am 30.01.26 seien noch 378 Wohnhäuser in der Hauptstadt ohne Heizung und die Warmwasserversorgung in einigen Wohnhäusern vorübergehend eingeschränkt. Aus dem Energieministerium wurde am 31.01.26 bekanntgegeben, dass die Stromversorgung der kritischen Infrastruktur in der Hauptstadt sowie in den Regionen Kyjiw und Dnipropetrowsk wiederhergestellt werden konnte. Nach einem Blackout am 31.01.26 durch einen Ausfall von Stromleitungen, von dem Berichten zufolge mehrere Städte in der Ukraine und auch in der benachbarten Republik Moldau betroffen waren, sowie einer bevorstehenden neuen Kältewelle hat der ukrainische Netzbetreiber Ukrenerho am 31.01.26 angesichts des angeschlagenen Stromnetzes geplante Stromabschaltungen für das ganze Land angekündigt. 


Im Rahmen der deutschen Winterhilfe hat die Ukraine laut Mitteilung vom 28.01.26 eine Hilfslieferung im Wert von 120 Mio. EUR erhalten, darunter 41 Blockheizkraftwerke, 300 Solarstationen, 15 Generatoren, modulare Kesselanlagen, 10 Pelletheizanlagen und 375 Batteriesysteme. Der ukrainische Energiekonzern Naftogaz importiert nun laut Präsident Selenskyj 50 % mehr Strom.


5. Besetzte Gebiete


Nach Medienangaben vom 26.01.26 hat die RF die Passbestimmungen für Kinder in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine verschärft. Demnach verpflichtet ein am 20.01.26 in Kraft getretenes russisches Gesetz ukrainische Kinder unter 14 Jahren, russische Reisepässe zu beantragen, um ins Ausland reisen zu können. Damit würde die Flucht aus den besetzten Gebieten erschwert.


Quellen:


1. The Guardian, Ukraine war briefing: Nato chief warns of ‘harshest winter’ in a decade as Russian attacks cut power in Kharkiv, last update 27.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Zelenskyy and Merz welcome Trump truce claim and condemn Russia attacks, last update 30.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Zelenskyy fears rising US-Iran tensions will scupper key peace talks in UAE, last update 31.01.2026; RFE/RL, Trump Says Putin 'Agreed' To Halt Air Strikes For A Week As Freezing Weather Hits Ukraine, Radio Free Europe/Radio Liberty, last update 29.01.2026; Tagesschau, Kreml stimmt begrenzter Feuerpause in der Ukraine zu, last update 30.01.2026; The Kyiv Independent, Confusion reigns as Russia says it was only asked to stop attacking Kyiv until Sunday, last update 30.01.2026; Tagesschau, Russland und Ukraine melden gegenseitige Angriffe, last update 31.01.2026; Tagesschau, Ukraine-Friedensgespräche auf Mittwoch verschoben, last update 01.02.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Kyiv reschedules peace talks as battered power grid strains in -15C, last update 02.02.2026.


2. Ukrinform, Russische Truppen greifen Slowjansk mit Gleitbomben an – zwei Tote, ein Verletzter, last update 27.01.2026; Ukrinform, In Region Cherson ein Zivilist getötet, drei verletzt, 36 Ortschaften beschossen, last update 28.01.2026; Ukrinform, Russen töten vier und verletzen vier Zivilisten in Region Donezk, last update 28.01.2026; Ukrinform, Drohnenangriff auf Region Kyjiw: Zwei Menschen getötet, vier Verletzte, darunter Kinder, last update 28.01.2026; Ukrinform, Drei Tote, drei Verletzte nach russischem Angriff auf Region Saporischschja, last update 29.01.2026; Ukrinform, In Region Cherson drei Zivilisten getötet, zehn verletzt, 36 Ortschaften beschossen, last update 30.01.2026; Ukrinform, Russen töten einen und verletzen einen Zivilisten in Region Donezk, last update 30.01.2026; Ukrinform, Region Cherson unter massivem Angriff: Zwei Tote, zehn Verletzte, last update 31.01.2026; Ukrinform, Russen töten zwei Zivilisten in Region Donezk, drei weitere verletzt, last update 31.01.2026; The Kyiv Independent, 'Colossal destruction' – Russian drone strike on Odesa kills 3, injures 35, more may be under rubble, last update 27.01.2026; The Kyiv Independent, Ukraine war latest: Russian drones strike passenger train in Kharkiv Oblast, 6 killed, 2 injured, last update 27.01.2026; The Kyiv Independent, At least 5 killed, 19 injured in Russian attacks over past day, last update 31.01.2026; Tagesschau, Mehrere Tote durch russische Angriffe in der Ukraine, last update 27.01.2026; Tagesschau, Erneut Tote nach russischen Drohnenangriffen, last update 28.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Zelenskyy and Merz welcome Trump truce claim and condemn Russia attacks, last update 30.01.2026; The Kyiv Independent, Russian attacks against Ukraine kill 4, injure 21, including children, over past day, last update 01.02.2026; Ukrinform, Russische Drohne trifft Entbindungsklinik in Saporischschja – sechs Verletzte, last update 01.02.2026; RFE/RL, Russia Hits Maternity Hospital In Ukraine's Zaporizhzhya, Kills 16 Miners In Dnipropetrovsk, Radio Free Europe/Radio Liberty, last update 01.02.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Nearly 2 million military casualties to date, study finds, with Russia bea-ring brunt of losses, last update 28.01.2026; NYT, Troop Casualties in War Nearing 2 Million Mark, The New York Times, last update 28.01.2026.


3. The Guardian, Ukraine war briefing: Zelenskyy and Merz welcome Trump truce claim and condemn Russia attacks, last update 30.01.2026; Ukrinform, Russland setzt aktiv auf Infiltration von Angriffsgruppen an der Ostfront, last update 28.01.2026.


4. The Guardian, Ukraine war briefing: Nato chief warns of ‘harshest winter’ in a decade as Russian attacks cut power in Kharkiv,

last update 27.01.2026; RFE/RL, New Round Of Russian Strikes Kills 9, Knocks Out Power In Several Areas Of Ukraine, Radio Free Europe/Radio Liberty, last update 27.01.2026; Tagesschau, Erneut Tote nach russischen Drohnenangriffen, last update 28.01.2026; Tagesschau, Kritik an Bürgermeister Klitschko - auch von Selenskyj, last update 30.01.2026; Ukrinform, In Kyjiw 613 Hochhäuser ohne Heizung, last update 29.01.2026; Ukrinform, Durch russische Angriffe verliert Kyjiw eigene Stromerzeugungskapazitäten, last update 29.01.2026; Ukrinform, Selenskyj: Ukraine importiert genügend Gas trotz aller Herausforderungen, last update 29.01.2026; Ukrinform, 378 Hochhäuser in Kyjiw weiter ohne Heizung, last update 30.01.2026; Ukrinform, Stromversorgung der kritischen Infrastruktur in den Regionen Kyjiw und Dnipropetrowsk wiederhergestellt, U-Bahn fährt wieder, last update 31.01.2026; RFE/RL, Massive Power Outages Hit Moldova After Ukrainian Grid Failure, Radio Free Europe/Radio Liberty, last update 31.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Kyiv reschedules peace talks as battered power grid strains in -15C, last update 02.02.2026.


5. The Kyiv Independent, Russia tightens passport rules for children in occupied Ukraine, complicating escape, activists say, last update 26.01.2026.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 26. Januar 2026

1. Bemühungen um Waffenstillstand


Am 22.01.26, einen Tag vor den Verhandlungen zwischen russischen, ukrainischen und US-amerikanischen Unterhändlern in Abu Dhabi, hat Präsident Selenskyj Berichten zufolge am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos eine Einigung mit Präsident Trump über Sicherheitsgarantien bekanntgegeben. Eine Bestätigung der USA habe zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorgelegen. Bei einem kurzfristig einberufenen Treffen der US-Vermittler Witkoff und Kushner mit Präsident Putin in der Nacht auf den 23.01.26 in Moskau habe dieser weiterhin auf Gebietsabtretungen der Ukraine im Donbas bestanden. Bei dem Treffen in Abu Dhabi habe man sich auf eine zweite Runde der direkten Friedensgespräche am Wochenende vom 30.01.26 geeinigt. Nach dem Treffen habe Präsident Selenskyj am 25.01.26 mitgeteilt, dass ein US-Sicherheitsabkommen für die Ukraine „zu 100 % fertig“ zur Unterzeichnung sei. Danach werde es dem US-Kongress und dem ukrainischen Parlament zur Ratifizierung vorgelegt.


2. Zivile Opfer


Medienangaben zufolge forderten russische Angriffe im Zeitraum 18.01.-25.01.26 mehrere zivile Todesopfer in folgenden ukrainischen Regionen: 18.01. (Dnipropetrowsk: 2), 19.01. (Donezk: 2), 20.01. (Donezk: 1, Saporischschja: 3, Region Kyjiw: 1), 21.01. (Cherson: 1, Donezk: 2), 22.01. (Odessa: 1, Donezk: 4, Cherson: 1, Saporischschja: 1), 24.01. (Kyjiw: 1, Cherson: 1), 25.01. (Donezk: 2).


3. Kriegsgeschehen


Nach Berichten vom 24.01.26 setzt die Russische Föderation (RF) ein neues Hochgeschwindigkeitsdrohnenmodell ein. Die Geran-5-Langstrecken-Angriffsdrohne könne bei einem breiten Einsatz die geschwächte ukrainische Luftverteidigung ernsthaft bedrohen. Die Geschwindigkeit russischer Angriffsdrohnen werde von den Luftverteidigungseinheiten als wachsende Herausforderung angesehen, da das Zeitfenster für einen Abschuss kleiner werde.


4. Energieinfrastruktur


Laut Behördenangaben haben russische Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur der Regionen Odessa, Dnipropetrowsk, Charkiw, Sumy und Tschernihiw in der Nacht zum 19.01.26 die Stromversorgung unterbrochen. Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf Kyjiw am 20.01.26 haben laut Mitteilung des Bürgermeisters Ausfälle bei der Strom- und Wasserversorgung von über einer Mio. Menschen verursacht, nachdem Umspannwerke, die Strom von ukrainischen AKWs transportieren, beschädigt wurden. Laut Mitteilung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) wurden auch mehrere für die nukleare Sicherheit kritische Umspannwerke beschädigt. Nach Aussage des Kyjiwer Bürgermeisters vom 23.01.26 wurden innerhalb von 24 Stunden 650 Hochhäuser wieder an das Stromnetz angeschlossen. Weitere 1.940 Wohnhäuser seien zu diesem Zeitpunkt noch von den Ausfällen betroffen (16 % der ca. 12.000 von der Kyjiwer Stadtverwaltung registrierten Wohngebäude). In der Nacht zum 25.01.26 wurde Berichten zufolge durch erneute russische Luftangriffe die Heizungs- und Wasserversorgung in Teilen der Hauptstadt unterbrochen. Der Kyjiwer Bürgermeister sprach zunächst von 6.000 Gebäuden, später von 1.300 Wohnhäusern, die noch ohne Heizung waren. Weiteren Berichten zufolge wurden am 24.01.26 auch Angriffe auf Charkiw und Tschernihiw gemeldet, wobei in Tschernihiw fast 400.000 Menschen von einem Stromausfall betroffen waren. Das Energieministerium hat Berichten zufolge 55 zusätzliche Generatoren an die Hauptstadt übergeben. Auch habe Kyjiw mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit die Lieferung zweier Blockheizkraftwerke vereinbart. Die EU werde 450 Notstromgeneratoren aus ihrer strategischen Reserve an Krankenhäuser, Unterkünfte und kritische Dienste liefern. Ministerpräsidentin Swyrydenko gab Berichten zufolge am 23.01.26 bekannt, dass internationale Partner die Bereitstellung von über 6.000 Energieanlagen sowie von weiteren Finanzmitteln für den Energiefonds der Ukraine bestätigt haben. Seit 2022 seien über 9.500 Generatoren in die Ukraine gesendet worden. Die EU-Kommission hat eigenen Angaben zufolge 1,2 Mrd. EUR für humanitäre Hilfe zum Schutz der Zivilbevölkerung sowie 3 Mrd. EUR für die Energieversorgungssicherheit bereitgestellt. Unterdessen arbeitet die ukrainische Regierung laut Berichterstattung daran, die Umleitung der Stromversorgung von den AKWs im Westen des Landes in die schwer betroffenen Regionen in der Ostukraine zu beschleunigen. Die AKWs, die den Hauptteil des Stroms im Land liefern, würden sich im Westen befinden. Nach IAEA-Angaben vom 19.01.26 wurde die Notstromleitung zum AKW Saporischschja nach Reparaturarbeiten im Rahmen einer von der IAEA vermittelten Waffenruhe wieder angeschlossen. Es handelt sich demnach um eine von zwei Hochspannungsleitungen, die das AKW mit Strom versorgen und Anfang Januar 2026 unterbrochen worden war. Auch im AKW Tschernobyl sei die gesamte externe Stromversorgung vorübergehend ausgefallen.


Quellen:


1. RFE/RL, Kremlin Signals No Softening Of Positions Ahead Of US-Ukraine-Russia Talks, last update 23.01.2026; Tagesschau, Selenskyj verkündet Einigung über US-Sicherheitsgarantien, last update 22.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Kyiv and Moscow set to hold more face-to-face talks as US hails ‘big step’ forward, last update 25.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: US security agreement ‘100% ready’ to be signed, Zelenskyy says, last update 26.01.2026; RFE/RL, Peace Talks Set To Resume Amid Ground Fighting And Severe Power Outages In Ukraine, last update 25.01.2026; Tagesschau, Russland bleibt in Abu Dhabi bei seinen Forderungen, last update 24.01.2026; Tagesschau, Ukraine-Verhandlungen vorerst beendet, last update 24.01.2026.


2. The Guardian, Ukraine war briefing: Kyiv to replace Chinese-made Mavic drones, last update 21.01.2026; The Kyiv Independent, At least 6 killed, 45 injured in Russian attacks over past day as winter energy crisis racks Ukraine, last update 23.01.2026; Ukrinform, Russen töten zwei und verletzen fünf Zivilisten in Region Donezk, last update 20.01.2026; Ukrinform, Russen töten einen und verletzen sieben Zivilisten in Region Donezk, last update 21.01.2026; Ukrinform, In Region Cherson ein Zivilist getötet, sechs verletzt, 36 Ortschaften beschossen, last update 22.01.2026; Ukrinform, Russen töten zwei und verletzen drei Zivilisten in Region Donezk, last update 22.01.2026; Ukrinform, In Odessa durch feindlichen Angriff 17-Jähriger gestorben, last update 22.01.2026; Ukrinform, Russen töten vier und verletzen sechs Zivilisten in Region Donezk, last update 23.01.2026; Ukrinform, In Region Cherson ein Zivilist getötet, zwei verletzt, 28 Ortschaften beschossen, last update 23.01.2026; Ukrinform, Nächtlicher Angriff auf Kyjiw: Häuser, Einkaufszentrum und Süßwarenfabrik beschädigt, eine Tote und Verletzte, last update 24.01.2026; The Kyiv Independent, At least 1 killed, 9 injured in Russian attacks on Ukraine over past day, last update 25.01.2026; Ukrinform, Russen töten zwei Zivilisten in Region Donezk, last update 26.01.2026.


3. The Guardian, Ukraine war briefing: energy crisis worsens amid more Russia airstrikes, last update 24.01.2026.


4. The Guardian, Ukraine war briefing: Zelenskyy says military innovation will ‘transform’ air defences, last update 20.01.26; The Guardian, Ukraine war briefing: Kyiv to replace Chinese-made Mavic drones, last update 21.01.2026; RFE/RL, Russia Continues Targeting Ukraine's Energy As Kyiv Looks To Shift Electricity Eastward, last update 19.01.2026; RFE/RL, New Russian Strikes Leave Hundreds Of Thousands Without Power In Ukraine, last update 20.01.2026; Tagesschau, Mehr als 5.000 Wohnblöcke in Kiew ohne Heizung, last update 20.01.2026; Tagesschau, "Wir haben keine Kraft mehr", last update 23.01.2026; The Kyiv Independent, Fewer than 20% of Kyiv's apartment buildings remain without heating amid winter crisis, mayor Klitschko says, last update 23.01.2026; Ukrinform, Kyjiw erhält von Deutschland noch zwei Mini-Heizkraftwerke, last update 20.01.2026; Ukrinform, Kyjiw erhält 55 zusätzliche Generatoren – Energieministerium, last update 21.01.2026; Ukrinform, EU schickt fast 450 Notstromaggregate aus ihren strategischen Reserven in die Ukraine, last update 23.01.2026; Ukrinform, Internationale Partner übergeben der Ukraine über 6.000 Energieanlagen – Swyrydenko, last update 23.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: energy crisis worsens amid more Russia airstrikes, last update 24.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: US security agreement ‘100% ready’ to be signed, Zelenskyy says, last update 26.01.2026; RFE/RL, Ukraine Slams Massive Russian Air Attack On Kyiv And Kharkiv Amid Peace Talks In UAE, last update 24.01.2026; Tagesschau, 1,2 Millionen ukrainische Haushalte ohne

Strom, last update 24.01.2026.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 19. Januar 2026

1. Zivile Opfer


Medienangaben zufolge forderten russische Angriffe im Zeitraum 12.01. bis 19.01.26 mehrere Todesopfer in folgenden ukrainischen Regionen: 12.01. (Donezk: 2), 13.01. (Charkiw: 4, Donezk: 1), 14.01. (Saporischschja: 1), 15.01. (Cherson: 1), 17.01. (Charkiw: 3, Cherson: 2). Die UN-Menschenrechtsbeobachtermission in der Ukraine hat festgestellt, dass im Jahr 2025 konfliktbedingte Gewalt in dem Land insgesamt 2.514 zivile Todesopfer und 12.142 Verletzte gefordert hat, was im Vergleich zum Jahr 2024 einen Anstieg der Opferzahlen um 31 % bedeutet.


2. Kriegsgeschehen (Finanzierung, Desertion, Evakuierung)


Medien vom 15.01.26 berichten unter Verweis auf den ukrainischen Verteidigungsminister, dass sein Ministerium ein Finanzierungsdefizit von 300 Mrd. UAH (6,9 Mrd. USD, Stand 19.01.26) festgestellt hat. Zu den weiteren aktuellen Herausforderungen für das ukrainische Militär, so der Minister, gehören übermäßige Bürokratie, ein Managementansatz „sowjetischer Prägung“, Versorgungsengpässe bei der Truppenausrüstung, die Desertion von 200.000 Soldaten und die Wehrdienstentziehung von zwei Mio. Menschen. Nach ukrainischen Regierungsangaben vom 14.01.26 hat der Evakuierungskoordinierungsstab die Evakuierung von Familien aus fünf Ortschaften in der Region Saporischschja angeordnet. Demnach erfolgt deren Aufnahme und Unterbringung in der zentralukrainischen Region Tscherkasy.


3. Massive Angriffe auf Energieinfrastruktur, Ausrufung des Energie-Notstands


Russische Luftangriffe in der Nacht zum 13.01.26 zielten laut Berichterstattung vorwiegend auf Energieobjekte und führten zu Unterbrechungen der Stromversorgung in mehreren ukrainischen Regionen. Demnach wurden laut Energieministerium in der Hauptstadt sowie in den Regionen Kyjiw, Schytomyr, Tschernihiw, Odessa, Charkiw, Dnipropetrowsk, Saporischschja und Donezk Notstromabschaltungen veranlasst. In der Nacht zum 14.01.26 führten russische Drohnenangriffe in Krywyj Rih (Region Dnipropetrowsk) laut zuständiger Militärverwaltung zu Notabschaltungen der Energieversorgung, so dass für 45.000 Haushalte die Wärmeversorgung gestört sei und die Wasserversorgung mittels Notstromgeneratoren aufrechterhalten werde. In Kyjiw waren nach dem Angriff vom 09.01.26 laut Bürgermeister am 17.01.26 noch 50 von ursprünglich 6.000 Wohnhäusern ohne Heizung bei Nachttemperaturen im zweistelligen Minusbereich. In Charkiw wurde am 15.01.26 demnach eine große Energieanlage zerstört. Weitere russische Luftangriffe auf Energieanlagen in den Regionen Kyjiw und Odessa führten Berichten zufolge in der Nacht zum 17.01.26 zu Stromausfällen in über 20 Ortschaften in der Region Kyjiw.


Präsident Selenskyj hat Berichten zufolge am 14.01.26 den Notstand im ukrainischen Energiesektor, mit besonderem Augenmerk auf Kyjiw, ausgerufen. Für die Bevölkerung solle der Energie-Notstand eine Erleichterung bringen, dass nun auch während der nächtlichen Ausgangssperre geheizte öffentliche Gebäude und eigens aufgestellte Zelte aufgesucht werden könnten. Allein in Kyjiw gebe es rd. 1.200 solcher Orte. Auch sollen die Maßnahmen die Stromversorgung für kritische Infrastruktur sicherstellen. Zudem wurden die staatlichen Energieunternehmen angewiesen, die Energieimporte zu erhöhen. Der Notstand würde den Behörden „mehr Handlungsspielraum und Flexibilität“ verschaffen, so Selenskyj. Dadurch könne unbürokratisch geregelt werden, welches Unternehmen wann und wie Strom ins Netz einzuspeisen habe und wo der Strom abgeschaltet werde. Damit würden zugleich die Regeln für den Anschluss von Notstromaggregaten an das Stromnetz während des Ausnahmezustands vereinfacht. Die Regierung habe für die Hauptstadt und das ganze Land Koordinierungsstäbe einberufen. Die EU-Kommission erklärte laut Berichten vom 16.01.26, dass sie die Energiehilfe (ca. 1,2 Mrd. EUR humanitäre Hilfe) fortsetzt und Strom „mit maximaler Kapazität“ exportiert. Auch würde Hilfe über den Internationalen Fonds Ukraine Facility, rd. 927 Mio. EUR für den Notgaskauf, mobilisiert. Die Ukraine und die RF haben sich laut der Internationalen Atomenergie-Organisation am 16.01.26 auf eine lokale Waffenruhe geeinigt, um Reparaturarbeiten an der letzten verbliebenen Notstromleitung des AKW Saporischschja zu ermöglichen. Die sechs Reaktoren sind seit der russischen Besetzung von Europas größtem AKW abgeschaltet, benötigen aber weiterhin Strom, um den Nuklearbrennstoff zu kühlen.


Quellen:


1. The Kyiv Independent, Nova Poshta terminal and children's medical facility damaged as Russian attack kills 4, injures 6 in Kharkiv outskirts, last update 13.01.2026; Ukrinform, Russen töten zwei und verletzen drei Menschen in Region Donezk, last update 13.01.2026; Ukrinform, Russen töten einen und verletzen acht Zivilisten in Region Donezk, last update 14.01.2026; Ukrinform, Russen greifen binnen eines Tages 876 Mal Region Saporischschja an, es gibt einen Toten und Verletzte, last update 15.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Oreshnik missile sparks anger at UN security council, last update 13.01.2026; Ukrinform, In Region Cherson ein Zivilisten getötet, 31 Ortschaften beschossen, last update 16.01.2026; The Kyiv Independent, Russian attacks kill 5, injure 30 across Ukraine as Moscow again targets energy infrastructure, last update 18.01.2026.


2. The Guardian, Ukraine war briefing: Zelenskyy declares energy emergency as cities shiver, last update 15.01.2026; Ukrinform, Evakuierung von Familien mit Kindern aus fünf weiteren Ortschaften in Region Saporischschja angeordnet, last update 14.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Czechs offer drone-hunting jets as Zelenskyy flags air defence shortages, last update 17.01.2026.


3. The Guardian, Ukraine war briefing: Estonia leads with entry ban on Russians who fought in Ukraine, last update 14.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Zelenskyy declares energy emergency as cities shiver, last update 15.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Russian attack destroys Kharkiv energy facility as UK pledges emergency support, last update 16.01.2026; RFE/RL, Hundreds Of Thousands Affected As Russia Hits Ukraine's Power Grid Amid Freezing Cold, last update 13.01.2026; Tagesschau, Russische Drohnen erzwingen Notabschaltungen, last update 14.01.2026; Tagesschau, Wie die Ukraine um eine stabile Energieversorgung ringt, last update 16.01.2026; The Kyiv Independent, Zelensky declares state of emergency in Ukraine’s energy sector as crisis worsens, last update 14.01.2026; Ukrinform, Rund 50 Wohnhäuser in Kyjiw ohne Heizung, last update 17.01.2026; The Guardian, Ukraine war briefing: Czechs offer drone-hunting jets as Zelenskyy flags air defence shortages, last update 17.01.2026;  The Guardian, Ukraine war briefing: Russia readying strikes on nuclear power system, Zelenskyy warns, last update 18.01.2026; Ukrinform, EU exportiert Strom in die Ukraine mit maximaler Kapazität – Europäische Kommission, last update 16.01.2026.

Wichtig für Drittstaatsangehörige aus der Ukraine: Der aktuelle Aufenhaltstatus endet am 4. März 2025

Am 4. März 2025 ändert sich der Status der bei uns lebenden Drittstaatsangehörigen aus der Ukraine, deren Aufenthaltsrecht nach § 24 AufenthG per Durchführungsbeschluss des Rates der Europäischen Union vom 25. Juni 2024 (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=OJ:L_202401836) geregelt ist.


Über die Folgen für die Betroffenen informiert die im westfälischen Münster ansässige Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. (GGUA) in einer umfangreichen Hilfestellung: https://www.einwanderer.net/fileadmin/downloads/tabellen_und_uebersichten/Drittstaatsangehoerige_Ukraine_2025.pdf 

 

Ergänzend dazu verweist das Jobcenter auf diese Regelungnen:    


1. Beim Einsatz von Förderleistungen kann bei Geflüchteten aus der Ukraine von einer positiven Prognose ohne weitere Prüfung des Aufenthaltstitels zumindest bis zum 4.März 2026 ausgegangen werden. 


2. Die Befristung des Aufenthaltstitels schließt auch eine über das Ende des befristeten Aufenthaltstitels hinausgehende Förderung einer längerfristigen Maßnahme nicht grundsätzlich aus. Dabei sind folgende Voraussetzungen zu beachten:  


Die Entscheidung über eine sinnvolle und notwendige Förderung ist unter Beachtung von § 3 Absatz 3 SGB II bzw. § 7 SGB III (Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit) zu treffen und vom konkreten Einzelfall abhängig.


Läuft die Geltungsdauer während des vorgesehenen Förderzeitraums oder der Nachbeschäftigungszeit (EGZ) aus, ist im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (§ 20 Abs. 2 SGB X) zu prüfen, ob nach Ablauf eines befristeten Aufenthaltsrechts die Möglichkeit einer Verlängerung des Aufenthalts besteht; beispielsweise auf der Grundlage eines Aufenthaltstitels zur Berufsausbildung oder zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses.


Grundsätzlich ist ein Wechsel in andere Aufenthaltstitel, insbesondere zu Erwerbs- oder Bildungszwecken zulässig. Im Falle des Arbeitsplatzverlustes ist eine Rückkehr in eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 Absatz 1 AufenthG weiterhin möglich, solange die Richtlinie 2001/55/EG zum vorübergehenden Schutz Anwendung findet und die betreffende Person zum Kreis der Anspruchsberechtigten gehört.  


Die Befristung der Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG ist rechtlich gleichzusetzen mit der Befristung jeglicher anderer Aufenthaltserlaubnisse (siehe Anhang: BMI-Länderschreiben vom 8. Oktober 2024).


3. Neues Verfahren zur Vereinbarung von Terminen beim Landesamt für Einwanderung (LEA) 


Das Landesamt für Einwanderung hat das Verfahren zur Vergabe der Termine grundlegend geändert. Die bisherige Online-Terminvereinbarung wurde dauerhaft außer Betrieb genommen. Die Terminvergabe erfolgt über den Online-Antrag oder mittels Kontaktformular.  


Das Landesamt für Einwanderung stellt den Großteil der Dienstleistungen auf digitale Anträge um. Für erste Dienstleistungen (wie zum Beispiel für Verpflichtungserklärungen, den Aufenthaltstitel Blaue Karte EU oder Aufenthaltserlaubnisse zur Ausbildung) werden die Termine nach Prüfung der online eingereichten Dokumente direkt von den zuständigen Referaten an die Antragsteller vergeben. 


Wenn für die benötigte Dienstleistung noch kein Online-Antrag zur Verfügung steht, können Termine bei den zuständigen Referaten mittels Kontaktformular vereinbart werden. In Notfällen kann das Kontaktformular des zuständigen Referats genutzt werden.  


Die Informationen zur Terminvergabe beim Landesamt für Einwanderung sind unter folgenden Link hinterlegt: https://www.berlin.de/einwanderung/termine/termin-vereinbaren 

Wikipedia über die Ukraine

Informationen über die Ukraine in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine


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