Syrien: Informationen über Geflüchtete bei uns und die Situation im Heimatland

Abschiebungen und Rückkehr nach Syrien: Informationen vom Mediendienst Integration

Syrien steht nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 vor einem Neubeginn – viele Geflüchtete denken über eine Rückkehr nach. In Deutschland wird außerdem vermehrt über Abschiebungen nach Syrien diskutiert.


So haben nach dem Machtwechsel viele Kriegsflüchtlinge beschlossen, nach Syrien zurückzukehren. Seit November 2024 sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund eine Million Syrer*innen aus dem Ausland nach Syrien zurückgekehrt . Rund 510.000 Menschen kamen aus der Türkei, etwa 270.000 aus dem Libanon und 157.000 aus Jordanien (Stand: September 2025). Laut einer Befragung des UNHCR wollen rund 18 Prozent der syrischen Geflüchteten, die in den Nachbarländern leben, bis August 2026 nach Syrien zurückkehren. 1,8 Millionen "Binnenflüchtlinge" (internally displaced persons) konnten zudem innerhalb von Syrien an ihre Herkunftsorte zurückkehren.


Seit Januar 2025 können syrische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland im Rahmen des Bund-Länder-Programms REAG/GARP nach Syrien zurückkehren. Nach Angaben des Innenministeriums auf Anfrage des Mediendienstes sind zum Stichtag 31.10.2025 rund 2.900 Ausreisen über das Programm erfolgt. Das Programm deckt Reisekosten, eine Reisebeihilfe (200 Euro für Erwachsene, 100 Euro für Minderjährige) und finanzielle Starthilfe (1.000 EUR pro Person, maximal 4.000 EUR pro Familie) sowie gegebenenfalls medizinische Kosten.Quelle


Freiwillige Ausreisen nach Syrien können seit 2017 auch durch die zuständigen Stellen der Länder gefördert werden. Zwischen Dezember 2024 und Ende Oktober 2025 gab es darüber 346 freiwillige Ausreisen.


Mehr dazu und über mögliche Abschiebungen gibt es unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/abschiebungen-und-rueckkehr-nach-syrien/

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 16. März 2026

1. Syrisch-libanesisches Grenzgebiet: Beschuss durch Hisbollah; anhaltende Fluchtbewegungen


Die syrische Armee gab am 10.03.26 bekannt, dass Artilleriegranaten, die von libanesischem Gebiet aus abgefeuert wurden, in der Nähe der Stadt Serghaya (Gouvernement Rif Dimashq) nahe der libanesischen Grenze einschlugen. Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur SANA zufolge hätte die Hisbollah dabei auf Stellungen der syrischen Armee in der Nähe von Serghaya abgezielt. Ein Personenschaden wurde nicht gemeldet. Zudem habe die syrische Armee eine verstärkte Präsenz der Hisbollah im syrisch-libanesischen Grenzgebiet festgestellt. Der Angriff erfolgte einen Tag, nachdem Syriens Präsident Ahmad al-Sharaa der libanesischen Regierung seine Unterstützung bei der Entwaffnung der Hisbollah zusagte. Im Zuge der israelischen Militäroffensive in Libanon und der dadurch ausgelösten Fluchtbewegung Zehntausender Syrerinnen und Syrer aus Libanon zurück nach Syrien gab die syrische Grenzbehörde bekannt, dass ab dem 08.03.26 der Grenzübergang al-Arida an der Küste geöffnet wurde; Medienberichten zufolge allerdings nur für Überquerungen zu Fuß, ohne den Transport von Möbeln und nur in eine Richtung von Libanon nach Syrien. Derzeit seien insgesamt sechs Grenzübergänge geöffnet.


2. Nordosten: Fortschreitende Umsetzung des Integrationsabkommens zwischen Übergangsregierung und SDF


Laut Medienberichten fand erstmals ein Gefangenenaustausch zwischen der Übergangsregierung und den kurdisch geführten Demokratischen Kräften Syriens (SDF) statt. Demnach soll die Übergangsregierung am 08.03.26 insgesamt 59 SDF-Kämpfer freigelassen haben. Am 10.03.26 hätten beide Seiten zudem jeweils 100 Häftlinge freigelassen. Weitere Freilassungen seien geplant. Darüber hinaus gab das syrische Verteidigungsministerium am 10.03.26 die Ernennung des Kommandeurs der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), Sipan Hamo, zum stellvertretenden Verteidigungsminister „für die östliche Region“ bekannt. Eine Spezifizierung des Zuständigkeitsgebietes wurde dabei nicht gemacht. Die Ernennung ist ein weiter formaler Schritt zur Umsetzung des am 29.01.26 zwischen der Übergangsregierung und den SDF geschlossenen Waffenstillstands- und Integrationsabkommens. Die YPG bilden den Kern der SDF, die bis zur jüngsten Blitzoffensive und den damit verbundenen Gebietseroberungen durch Truppen der Übergangsregierung etwa ein Drittel des syrischen Territoriums kontrollierten.


3. Raqqa: Deutsche Journalistin vermisst


Verschiedenen Medienberichten vom 10.03. und 11.03.26 zufolge ist eine deutsche Journalistin und Aktivistin seit 18.01.26 in Raqqa verschwunden, jeglicher Kontakt zu ihr seither nicht herstellbar. Sie soll für verschiedene kurdische Medienorganisationen tätig gewesen sein, sich insbesondere für den Kampf kurdischer Frauen für ihre Rechte interessiert und seit vier Jahren in den ehemaligen Gebieten der Demokratischen Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien (DAANES) gelebt haben. Über ihren weiteren Verbleib ist derzeit nichts bekannt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte laut einem Medienbericht vom 10.03.26, dass man über ihr Verschwinden informiert sei. Im Zuge des militärischen Vorstoßes von Truppen der Übergangsregierung in den Nordosten des Landes soll die Betroffene nach Angaben einer kurdischen NGO am 18.01.26 in Raqqa-Stadt zusammen mit einem kurdisch-türkischen Journalisten und anderen Zivilpersonen Zuflucht in einem Gebäude gesucht haben, das anschließend von Sicherheitskräften der Übergangsregierung eingenommen wurde. Viele der Zivilpersonen seien nach Verhandlungen mit den SDF an einen anderen Ort gebracht worden. Auch die beiden Medienschaffenden sollten evakuiert werden, seien aber verschwunden, nachdem sie laut Augenzeugenberichten in ein Fahrzeug der Übergangsregierung gesetzt wurden. Dass ihr Verschwinden erst viele Wochen später bekannt wurde, sei laut Angehörigen auf die meist unterbrochene Telefon- und Internetverbindung sowie die unübersichtliche Lage im Zuge der Gebietseroberungen zurückzuführen.


4. Berichte über Folter und Tötung eines Rückkehrers aus Schweden in SDF-Gewahrsam


Wie die syrischen Menschenrechtsorganisationen SOHR und SNHR am 09.03. und 11.03.26 berichteten, soll ein schwedisch-syrischer Staatsbürger nach seiner Rückkehr nach Syrien in SDF-Gewahrsam zu Tode gefoltert worden sein. Demzufolge sei dieser am 07.09.25 über den Grenzübergang Semalka wieder ins Land eingereist und am 20.10.25 bei einer Razzia im Haus seines Vaters in Qamishli ohne Haftbefehl von Sicherheitskräften der SDF verhaftet worden. Sein Verbleib und Gesundheitszustand sei daraufhin unbekannt geblieben. Am 09.03.26 bestätigte die Familie den Leichnam erhalten zu haben, der demnach zahlreiche Anzeichen von Folterspuren aufgewiesen haben soll. Laut Schätzungen eines Gerichtsmediziners soll der Betroffene bereits Anfang Januar 2026 zu Tode gekommen sein. Darüber hinaus hätte eine bewaffnete Gruppe, die den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) nahestehen soll, am 10.03.26 ein für ihn errichtetes Trauerzelt niedergebrannt. Wie die Asayish, die inneren Sicherheitskräfte der DAANES, in einer Stellungnahme erklärt haben sollen, wurde ein Untersuchungskomitee zur Klärung der Todesursache eingerichtet.


Quellen:


1. Enab Baladi, Syrian army weighs response “options” to Hezbollah shelling in Serghaya, last update 10.03.2026; Al-Arabiya, Syrian president declares support for Lebanon’s effort to disarm Hezbollah, last update 09.03.2026; Enab Baladi, 65,000 Return from Lebanon, One Million Syrians Still Trapped There, last update 10.03.2026; The New Arab, Nearly 700,000 displaced in Lebanon as Syrians begin returning home, last update 09.03.2026.


2. Reuters, Syria appoints Kurdish YPG commander deputy defence minister, last update 10.03.2026; The New Arab, Syria picks Kurdish military official as assistant defence minister, last update 10.03.2026; Enab Baladi, Successive steps on detainee file between Syrian government and SDF, last update 15.03.2026.


3. Deutschlandfunk, Deutsche Journalistin Eva Michelmann in Syrien spurlos verschwunden – Angehörige befürchten Festnahme, last update 10.03.2026; taz, Deutsche Journalistin vermisst, last update 11.03.2026; People´s Bridge, Pressemitteilung der Familienangehörigen von Eva Maria Michelmann und deren Anwalt, last update 10.03.2026; Die Zeit, Wo ist Eva-Maria Michelmann?, last update 15.03.2026.


4. SOHR, After seven months of enforced disappearance |Family of young man “Ala’a Al-Din Al-Amin” receives his body, last update 09.03.2026; SNHR, Alaa al-Amin Died due to Torture after Detention by the Syrian Democratic Forces, last update 11.03.2026; The New Arab, Syrian-Swedish dual national tortured to death in SDF custody, last update 11.03.2026; The Syrian Observer, The Syrian Network Condems the Killing of a Syrian Citizen under Torture in SDF Detention Centres in Qamishli, last update 12.03.2026.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 9. März 2026

1. Krieg am Golf: Verletzte durch Trümmerteile, Tausende kehren aus Libanon zurück


Im Kontext der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Israel sowie den USA gingen weitere Trümmerteile auf syrischem Territorium nieder, während das Land sonst bisher jedoch keine Involvierung in den Konflikt zu verzeichnen hat. Aufgrund der Ausweitung des Krieges auf Libanon sahen sich Tausende syrischer Familien, die im Verlauf des Syrienkonflikts in Libanon Schutz gesucht hatten, zur Rückkehr in ihr Heimatland bewegt. Offiziellen syrischen Angaben zufolge sollen es bis zum 06.03.26 mind. 50.000 Syrerinnen und Syrer gewesen sein. Ob eine dauerhafte Rückkehr der Betroffenen beabsichtigt ist, bleibt unklar. Ein Vertreter des UNHCR gab an, einige der Zurückkehrenden hätten ihre Rückkehr ohnehin bereits geplant, während andere sich aufgrund der Kampfhandlungen zur Flucht gezwungen sahen. Auch ca. 3.000 libanesische Staatsangehörige sollen nach Syrien geflohen sein. Medienberichten zufolge verstärkte das syrische Militär und die Grenzpolizei ihre Truppen entlang der Grenze zu Libanon. Offiziellen Angaben zufolge diene die Verstärkung der Vorbeugung des Waffen- und Drogenschmuggels, aber auch einer möglichen Infiltration syrischen Gebiets durch Kämpfer der Hisbollah.


2. Quneitra/Daraa: Festnahmen durch das israelische Militär


Israelisches Militär soll Medienberichten zufolge am 04.03.26 mit einem Konvoi von sieben Militärfahrzeugen in die Ortschaft Wadi al-Raqad (Gouvernement Daraa) eingedrungen sein und einen Checkpoint an der al-Raqad-Brücke errichtet haben. Darüber hinaus wurden sechs weitere Fahrzeuge am Tell Abu al-Ghithar-Tor positioniert. Insgesamt sollen sechs Personen aus den Ortschaften Ayn al-Abd, Kodna und al-Asbah im Süden des Gouvernements Quneitra festgenommen worden sein. Der syrischen Nachrichtenagentur SANA zufolge sollen am 08.03.26 außerdem vier Minderjährige, die nahe der Ortschaft Tell al-Ahmar al-Gharbi im südlichen Quneitra Schafe hüteten, durch das israelische Militär festgenommen worden sein. Erst wenige Tage zuvor sollen bereits zwei Minderjährige in einem ähnlichen Vorfall festgenommen worden sein. Es lagen zunächst keine Stellungnahmen des israelischen Militärs zu den Vorfällen vor. Kurz nach dem Sturz der Assad-Regierung im Dezember 2024 begann das israelische Militär eine Militäroperation und besetzte Gebiete in der Provinz Quneitra, im Süden Syriens. Hierbei handelt es sich primär um Gebiete, die zuvor zu einer durch UN-Truppen kontrollierten Pufferzone zwischen Israel und Syrien zählten. Immer wieder führt das israelische Militär Razzien und Militäroperationen in Ortschaften in den Gouvernements Quneitra, Daraa und vereinzelt auch Rif Dimashq durch. Die israelische Militärführung begründet das Vorgehen mit dem Schutz der eigenen Grenzen und erläutert, es handele sich bei den Razzien um Maßnahmen zur Konfiszierung von Waffen und Herstellung der Sicherheit. Festnahmen dauerten häufig nur einige Stunden an. In einigen Fällen sollen Syrerinnen und Syrer Angaben ihrer Familien zufolge jedoch bereits seit Monaten festgehalten werden, ohne, dass Informationen mit den Angehörigen geteilt würden. Dienstleistungen wie Strom- oder Wasserversorgung werden durch eine israelische Verwaltung überwacht und Beschwerden müssen bei israelischen Stellen eingereicht werden. In der Vergangenheit wurden vereinzelt bereits Hilfsgüter durch das israelische Militär verteilt. Größere Zusammenkünfte wie beispielsweise Hochzeiten müssen ebenfalls von israelischen Stellen genehmigt werden.


3. Aleppo: Zwei Sicherheitskräfte bei IS-Angriff getötet


Bei einem Angriff auf syrische Militärangehörige nahe der Ortschaft al-Abed (Gouvernement Aleppo) wurden am 06.03.26 zwei Angehörige der Sicherheitskräfte durch Schusswaffen getötet. Bei den Getöteten handelte es sich einem Medienbericht zufolge um Brüder, die sich auf der Straße zwischen Aleppo und al-Bab auf dem Heimweg befanden. Kurze Zeit nach dem Angriff beanspruchte der IS den Angriff für sich. Er reiht sich damit in eine Serie von tödlichen Angriffen des IS auf Mitglieder der Sicherheitskräfte der Übergangsregierung, nachdem IS-Sprecher al-Ansari einen Aufruf zum Vorgehen gegen die Übergangsregierung jüngst erneuert hatte.


Quellen: 


1. The New York Times, As Israel Pounds Lebanon, Thousands of Syrians There Flee Back Home, last update 04.02.2026; The Times of Israel, 50,000 Syrians returned from Lebanon in last week — UN, last update 06.03.2026; Reuters, Syria sends thousands of troops to Lebanon border, sources say, last update 03.03.2026; Reuters, Syria opens Mediterranean-Aleppo air corridor that could help ease regional snarl, last update 05.02.2026; The New Arab, Middle East airspace disruptions persist amid regional war, last update 04.03.2026; The New Arab, As Israel's war on Lebanon expands, Syrians rush across border to home, last update 05.03.2026; Arab News, 50,000 Syrians returned from Lebanon in last week: UN, last update 06.03.2026; Enab Baladi, Debris from Israeli, Iranian escalation hits 18 locations in Syria, last update 06.03.2026.


2. Arab News, Israeli forces set up checkpoint, arrest residents inside southern Syria, last update 04.03.2026; SANA, Israeli occupation forces detain four children in Quneitra countryside, last update 08.03.2026; The New Arab, Israeli military kidnaps four children from Syria’s Quneitra, last update 08.03.2026; The Guardian, ‘We’re living in terror’: fears in southern Syria over Israel’s growing occupation, last update 09.12.2026.


3. Enab Baladi, Islamic State claims attack in Aleppo as assaults escalate, last update 07.03.2026.


Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 2. März 2026

1. Krieg Israels und der USA mit Iran: Verletzte durch Trümmerteile


In Folge iranischen Raketenbeschusses auf Ziele in der Region gingen am 28.02.26 und in der Nacht zum 02.03.26 mehrere Trümmerteile abgefangener Raketen und Drohnen in den Gouvernements Daraa und Quneitra nieder. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SANA soll es bei den Vorfällen im Süden des Landes zu keinem Personenschaden gekommen sein. Dagegen sollen vier Personen, darunter drei Kinder, verletzt worden sein, als am 01.03.26 Trümmerteile in der Stadt Ein Tarma östlich von Damaskus einschlugen. Das Energieministerium gab am 01.03.26 die Reduzierung der Stromversorgungszeiten bekannt, nachdem es im Zuge der regionalen Spannungen zu Einschränkungen der Erdgasimporte aus Jordanien kam, die zum Betrieb von Kraftwerken benötigt werden.


2. US-Militär zieht Truppen vom Stützpunkt in Qasrak ab


Nachdem das US-amerikanische Militär seine Truppen bereits von den Militärstützpunkten in al-Tanf und al-Shaddadi abgezogen hatte, begann es am 23.02.26 nach Aussagen von syrischen Militär- und Sicherheitskreisen zudem mit dem Abzug in Qasrak im Gouvernement Hasaka, ihrem derzeit größten Stützpunkt. Die Streitkräfte und die militärische Ausrüstung werden in die halbautonome kurdische Region im benachbarten Nordirak verlegt, der Abzug soll etwa binnen eines Monats abgeschlossen sein. Nach einem vollständigen Abzug aus Qasrak bleibt vorerst noch der US-Stützpunkt Rmelan, auch bekannt als Kharab al-Jir, nahe der irakischen Grenze. Aus Kreisen des US-Militärs hieß es, dass man aus Sicherheitsgründen keine Angaben zur künftigen Truppenstärke machen werde.


3. Raqqa: Vier syrische Sicherheitskräfte bei IS-Angriff getötet


Medienberichten zufolge wurden am 23.02.26 vier Mitglieder der syrischen Sicherheitskräfte bei einem Angriff auf einen Kontrollpunkt westlich der Stadt Raqqa getötet und zwei weitere verletzt. Der IS bekannte sich am Folgetag zur Tötung mehrerer Regierungssoldaten. Dies stellte den tödlichsten Angriff des IS auf Truppen der Übergangsregierung seit dem Sturz der Assad-Regierung dar, nachdem er kurz zuvor eine neue Phase des Kampfes gegen die Übergangsregierung angekündigt und weitere tödliche Angriffe gegen syrische Soldaten durchgeführt hatte. Das Innenministerium gab am Folgetag die Zerschlagung einer IS-Zelle im Gouvernement Raqqa bekannt. Am 24.02.26 bekannte sich der IS außerdem zu einem Angriff auf ein Militärhauptquartier in der Stadt Mayadin im Gouvernement Deir ez-Zor, bei dem ein Soldat getötet worden sein soll.


4. Raqqa: Bildung von Wahlgremien für Besetzung von Parlamentssitzen


Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SANA begannen lokale Unterkomitees im Gouvernement Raqqa am 23.02.26 mit der Bildung von Wahlgremien. Das Gouvernement Raqqa ist in drei Wahlkreise unterteilt: Raqqa, Tabqa und Tell Abyad. Der Wahlkreis Raqqa soll aus 150 Mitgliedern bestehen und drei Abgeordnete wählen, der Wahlkreis Tabqa mit 50 Mitgliedern dementsprechend einen Abgeordneten. Die Abgeordneten für den Wahlkreis Tell Abyad wurden einem Medienbericht zufolge bereits bei den Parlamentswahlen im Oktober 2025 ernannt. Im Rahmen der indirekten Parlamentswahlen in 2025, bei denen 140 der insgesamt 210 Sitze mittels Wahlgremien besetzt werden konnten, blieben neben dem Gouvernement Suweida zunächst auch die Gebiete unter ehemaliger Kontrolle der Demokratischen Autonomen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) von der Wahl ausgeschlossen und die vorgesehenen Sitze bisher vakant. Sobald das derzeitige Verfahren im Gouvernement Raqqa abgeschlossen ist, soll syrischen Staatsmedien zufolge mit den verbleibenden Gebieten in den Gouvernements Hasaka und Aleppo fortgefahren werden, um die Bildung des neuen Parlaments abzuschließen. Die Verzögerungen bei der Einberufung der Volksversammlung hänge demnach mit dem Abschluss der Wahlen in den nordöstlichen Gouvernements zusammen.


5. Suweida: Gefangenenaustausch zwischen Übergangsregierung und drusischer Nationalgarde


Wie Medien berichteten, kam es seit den gewaltsamen Zusammenstößen im Juli 2025 zwischen Drusen- und Beduinenmilizen sowie Streitkräften der syrischen Armee am 26.02.26 zum ersten Gefangenenaustausch zwischen der Übergangsregierung und der drusischen Nationalgarde, einem Milizenbündnis, unter dessen Kontrolle der Großteil des Gouvernements Suweida steht. Bei dem Austausch, der vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz durchgeführt wurde, entließ die Übergangsregierung 61 Gefangene der drusischen Milizen aus dem Zentralgefängnis Adra nahe der Hauptstadt Damaskus. Im Gegenzug wurden 25 Angehörige der Regierungstruppen freigelassen. Laut einer nicht näher benannten Quelle aus syrischen Sicherheitskreisen hieß es, dass die Übergangsregierung seit den Zusammenstößen von Juli 2025 insgesamt 140 drusische Gefangene im Zentralgefängnis in Adra inhaftiert hatte. Nach Angaben des Gouverneurs von Suweida befinden sich diese in „vorläufiger Haft“; eine formelle Anklage soll seither nicht erhoben worden sein. Nach Angaben der drusischen Nationalgarde hält diese derzeit noch fünf Mitglieder der syrischen Sicherheitskräfte fest.


6.Homs: Zunehmende Gewalt gegen Zivilpersonen in alawitischen Vierteln


Einem Medienbericht zufolge sollen seit Jahresbeginn 2026 mindestens 30 Zivilpersonen in der Stadt Homs infolge eines Anstiegs von Gewalt getötet worden sein. Der jüngste Vorfall ereignete sich am 27.02.26, als zwei Personen in einem Geschäft von unbekannten Bewaffneten erschossen worden sein sollen. Am 26.02.26 soll ein Mann erschossen worden sein, als er in der Nähe eines Kreisverkehrs Kaffee verkaufte.

Nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation lässt sich hier ein wiederkehrendes Muster gezielter Tötungen von Zivilpersonen erkennen. Die Angriffe, die meist in Vierteln mit alawitischer Bevölkerungsmehrheit stattfinden, verübten die Täter in der Regel von vorbeifahrenden Motorrädern aus. Demnach blieben die Täter in den meisten Fällen unbekannt, die Einleitung von Ermittlungen oder die Veröffentlichung der Ergebnisse sollen nur unzureichend seitens der staatlichen Sicherheitsbehörden erfolgen.


Quellen:


1. SANA, Syrian Civil Defense responds to five incidents involving war debris in southern aria, last update 02.03.2026; SANA, Syria cuts electricity hours amid drop in gas imports due to regional tensions, last update 02.03.2026.


2. Reuters, US military begins withdrawing from main base in northeast Syria, Syrian sources say, last update 23.02.2026; AP, US military moves forces and equipment out of northeast Syria base, last update 23.02.2026.


3. Reuters, Islamic State kills four security personnel in Syria, state news agency says, last update 24.02.2026; The New Arab, Syrian interior minister says will continue to pursue IS after cell dismantled, last update 25.02.2026; SANA, Internal Security Forces neutralize ISIS cell leader in targeted Raqqa operation, last update 24.02.2026.


4.SANA, Preparations for Syrian parliamentary elections advance in Raqqa, last update 23.02.2026; The New Arab, Syria begins receiving applications for electoral body formation in Raqqa, last update 24.02.2026.


5. AP, Syrian government forces and Druze fighters exchange prisoners from summer clashes, last update 26.02.2026; Reuters, Syrian government forces and Druze factions exchange prisoners in Sweida, last update 26.02.2026; The New Arab, Syrian government, Druze factions exchange prisoners in Suweida, last update 26.02.2026.


6. Enab Baladi, Homs, Syria: “Mobile Killings” Claim 30 Civilian Lives in Two Months, last update 01.03.2026; Syrians for Truth & Justice, اﻟﻘﺗل اﻟﻣﺗﻧﻘل: ﻧﻣط ﻣﺗﻛرر ﻣن اﻟﻘﺗل اﻟﻣﺑﺎﺷر ﺑﺎﺳﺗﺧدام اﻟدراﺟﺎت اﻟﻧﺎرﯾﺔ ﺑﺣﻖ ﻣدﻧﯾﯾن/ات ﻓﻲ ﺳورﯾﺎ [Mobile Tötungen: Ein wiederkehrendes Muster gezielter Tötungen von Zivilisten in Syrien mit Hilfe von Motorrädern.], last update 26.02.2026.

Machtwechsel in Syrien: SVR fordert weiterhin Schutz für Geflüchtete

Vor dem Hintergrund des Machtwechsels in Syrien warnt der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) in einem aktuellen Pressestatement vor vorschnellen Rückkehrforderungen. 


Zwar sei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach §73 AsylG gesetzlich verpflichtet, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu widerrufen, wenn die Voraussetzungen dafür nicht mehr vorliegen. „Das ist aber erst dann der Fall, wenn sich die Verfolgungssituation dauerhaft geändert hat und nicht mehr besteht, so dass den Rückkehrenden keine Gefahren mehr drohen. Das kann seriös derzeit niemand sagen, entsprechende Forderungen sind daher vor dem Hintergrund des beginnenden Wahlkampfes zu sehen“, sagt der SVR-Vorsitzende Prof. Hans Vorländer.


Das vollständige Pressestatement gibt es unter: https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2024/12/SVR-Presseinformation_Syrische-Fluechtlinge-brauchen-weiterhin-Schutz.pdf

Aktuelles aus Syrien: Informationen aus den wöchentlichen Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 3. November 2025

Informationen über Syrien in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrien

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