
Syrische Flüchtlinge in Deutschland
Aktuell leben 930.112 syrische Staatsangehörige in Deutschland (Stand: 28.2.2026). Von ihnen sind 10.718 Personen ausreisepflichtig (davon 9.787 Personen geduldet). Die Zahl der Syrer in Deutschland ist leicht rückläufig. Im Dezember 2025 waren es noch 936.300 Personen (4 Prozent weniger als Ende 2024). 70 Prozent von ihnen hatten einen befristeten Aufenthaltstitel – davon rund 544.700 Personen einen Aufenthaltstitel aus „völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen”
Mehr dazu unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/syrische-fluechtlinge-in-deutschland-aufenthaltsstatus/

Abschiebungen und Rückkehr nach Syrien
Syrien steht nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 vor einem Neubeginn – viele Geflüchtete denken über eine Rückkehr nach. In Deutschland wird außerdem vermehrt über Abschiebungen nach Syrien diskutiert.
So haben nach dem Machtwechsel viele Kriegsflüchtlinge beschlossen, nach Syrien zurückzukehren. Seit November 2024 sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund eine Million Syrer*innen aus dem Ausland nach Syrien zurückgekehrt . Rund 510.000 Menschen kamen aus der Türkei, etwa 270.000 aus dem Libanon und 157.000 aus Jordanien (Stand: September 2025). Laut einer Befragung des UNHCR wollen rund 18 Prozent der syrischen Geflüchteten, die in den Nachbarländern leben, bis August 2026 nach Syrien zurückkehren. 1,8 Millionen "Binnenflüchtlinge" (internally displaced persons) konnten zudem innerhalb von Syrien an ihre Herkunftsorte zurückkehren.
Seit Januar 2025 können syrische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland im Rahmen des Bund-Länder-Programms REAG/GARP nach Syrien zurückkehren. Nach Angaben des Innenministeriums auf Anfrage des Mediendienstes sind zum Stichtag 31.10.2025 rund 2.900 Ausreisen über das Programm erfolgt. Das Programm deckt Reisekosten, eine Reisebeihilfe (200 Euro für Erwachsene, 100 Euro für Minderjährige) und finanzielle Starthilfe (1.000 EUR pro Person, maximal 4.000 EUR pro Familie) sowie gegebenenfalls medizinische Kosten.Quelle
Freiwillige Ausreisen nach Syrien können seit 2017 auch durch die zuständigen Stellen der Länder gefördert werden. Zwischen Dezember 2024 und Ende Oktober 2025 gab es darüber 346 freiwillige Ausreisen.
Mehr dazu und über mögliche Abschiebungen gibt es unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/abschiebungen-und-rueckkehr-nach-syrien/

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 15. Juni 2026
1. Hasaka: Mehrtägige Proteste aufgrund sich verschlechternder Lebensbedingungen
In verschiedenen Regionen des Gouvernements Hasaka in Nordostsyrien kam es seit dem 08.06.26 zu mehrtägigen Protesten. Die Hauptursache liegt laut syrischen Ortsmedien in den sich zunehmend verschlechternden Lebensbedingungen. Demnach fand am 08.06.26 in der Stadt al-Shaddadi eine Kundgebung statt, auf der die Demonstrierenden die Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen forderten, während sie zugleich auf die anhaltenden Versorgungskrisen mit Treibstoff, Strom, Wasser und Brot aufmerksam machten. Auch im Bezirk Tel Brak demonstrierten Teile der lokalen Bevölkerung u.a. gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die hohe Arbeitslosigkeit. Im Rahmen der Protestbewegungen wurden einem Medienbericht zufolge außerdem mehrere Zufahrtsstraßen zu verschiedenen Städten blockiert. Am 09.06.26 versammelten sich demnach Dutzende Einwohnerinnen und Einwohner aus der Region al-Hol und hinderten Öltanker an der Durchfahrt. Der stellvertretende Gouverneur von Hasaka reagierte auf die Forderungen laut einem Medienbericht vom 11.06.26 mit der Lieferung von 1 Mio. Litern subventioniertem Dieselkraftstoff, der größtenteils zur Entlastung des Agrarsektors eingesetzt werden soll. Die Unzufriedenheit der Demonstrierenden richtete sich darüber hinaus auch gegen die schleppende Umsetzung des Integrationsabkommens, das am 29.01.26 zwischen der Übergangsregierung und den kurdisch dominierten Demokratischen Kräften Syriens (SDF) geschlossen wurde. Demnach wirke sich u.a. die Schließung bzw. der Stillstand einiger Institutionen während der Übergangsphase negativ auf Beschäftigungsmöglichkeiten und die Verfügbarkeit von öffentlichen Dienstleistungen aus.
2. Staatenlose Kurdinnen und Kurden: Entgegennahme von Anträgen auf Staatsbürgerschaft abgeschlossen
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur SANA gab die Generaldirektion für zivile Angelegenheiten des Innenministeriums am 11.06.26 bekannt, dass das Zeitfenster für die Einreichung von Staatsbürgerschaftsanträgen von staatenlosen Kurdinnen und Kurden in Syrien basierend auf dem Dekret Nr. 13 von 2026 geschlossen wurde. Entsprechende Anträge konnten seit dem 06.04.26 innerhalb einer zunächst für 30 Tage festgelegten Frist und mit einer anschließenden Verlängerung um 15 Tage in eigens dafür eingerichteten Zentren gestellt werden (vgl. BN v. 20.04. u. 11.05.26). Man werde nach Angaben des Innenministeriums nun mit der Prüfung der Anträge beginnen und zwischen dem 14.06. und 18.06.26 die ersten Interviewtermine über die offizielle Plattform des Ministeriums sowie über staatliche Medien in den jeweiligen Gouvernements veröffentlichen. Lediglich für im Ausland lebende staatenlose kurdische Kinder unter 18 Jahren, für die ein gemeinsamer Familienantrag durch einen in Syrien befindlichen Haushaltsvorstand gestellt werden konnte, gab das Ministerium eine (nicht näher definierte) Fristverlängerung bekannt.
3. Quneitra: Mehrere Personen durch israelische Streitkräfte festgenommen
Einem Medienbericht zufolge nahmen israelische Armeeeinheiten am 09.06.26 im Rahmen einer Razzia einen Mann in Umm al-Luqs fest. Sein Verbleib ist bislang unklar. Auch am 07.06.26 soll es zu Festnahmen von insgesamt fünf Zivilpersonen, eine in Sida al-Hanout und vier in Jubata al-Khashab, gekommen sein. Nachdem die israelischen Streitkräfte mehrere Häuser in Jubata al-Khashab durchsucht und dabei die vier
Betroffenen festgenommen hatten, sollen sie diese zu einem israelischen Militärstützpunkt gebracht und erst nach mehrstündiger Vernehmung wieder freigelassen haben.
Quellen:
1. Enab Baladi, اﺣﺗﺟﺎﺟﺎتﺗﺗوﺳﻊﺑرﯾفاﻟﺣﺳﻛﺔ..ﻏﺿبﻣنﻏﯾﺎباﻟﺧدﻣﺎتوآﻟﯾﺎتاﻟدﻣﺞ , [Proteste breiten sich in der Provinz Al-Hasaka aus. Wut über fehlende Dienstleistungen und Integrationsmaßnahmen], last update 09.06.2026; The New Arab, Hasakah protests prompt Syrian authorities to send emergency fuel, last update 11.06.2026.
2. SANA, Interior Ministry completes collecting citizenship applications from Syrian Kurds, last update 11.06.2026; Rudaw, Syria begins reviewing citizenship applications from stateless Kurds, last update 12.06.2026; Syria Direct, Nationality law reform: Who has the ‘right to have rights’ in the new Syria?, last update 10.06.2026.
3. The New Arab, Israeli forces kidnap five civilians in Syria's Quneitra, last update 07.06.2026; Enab Baladi, Israeli Army Arrests Young Man in Quneitra Raid, last update 09.06.2026.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 8. Juni 2026
1. Suweida: Verhaftung nach Spionagevorwürfen
Die sog. Nationalgarde, die der Autorität des drusischen Sheikh Hikmat al-Hijri folgt und im Großteil des Gouvernements Suweida die Kontrolle innehat, verkündete am 29.05.26 in einer Stellungnahme die Festnahme eines LKW-Fahrers, dem Spionage für die Übergangsregierung in Damaskus vorgeworfen wurde. Demnach sei dieser bereits am 24.05.26 an einem Checkpoint gestoppt und durchsucht worden. Er habe eine für LKW-Lieferungen ungewöhnliche Route gewählt und daher Verdacht erregt. Bei der Durchsuchung seines Mobiltelefons seien Fotos und Videos der Massaker an der drusischen Bevölkerung in Suweida durch die Sicherheitskräfte der Übergangsregierung im Juli 2025 und Kämpfen zwischen drusischen Milizen und der Übergangsregierung gefunden worden. Der Verdächtige habe der Stellungnahme zufolge gestanden, in
der Spionage aktiv und an den Massakern im Juli 2025 beteiligt gewesen zu sein. Er sei demnach nun an die Militärjustiz überstellt worden, die der lokalen Administration angehört, die durch Sheikh al-Hijri einberufen worden war. Am 25.05.26 soll eine Familie auf dem Weg von Suweida nach Damaskus entführt worden sein. Einem Bericht zufolge sei eine vierköpfige Familie und ihr Taxifahrer durch eine bewaffnete Person aus einem lokalen Stamm gestoppt worden, woraufhin der Kontakt zu ihnen abbrach. Demnach sei die Entführung eine Reaktion, da kurz zuvor ein Mitglied der beduinischen Gemeinschaft innerhalb des Gouvernements Suweida entführt worden sei. Es geht nicht eindeutig aus den Berichten hervor, ob es sich hierbei um den genannten LKW-Fahrer handelt. Die Sicherheitskräfte der Übergangsregierung in Suweida würden sich einem hochrangigen Mitarbeiter der Übergangsregierung zufolge mit dem Fall befassen.
2. Suweida: Unruhen nach Räumungsanordnung
Berichten zufolge kam es am 01.06.26 innerhalb von Suweida-Stadt zu Spannungen. Einer Stellungnahme der sog. Nationalgarde zufolge seien zwei Personen festgenommen worden, die eine angeordnete Räumung durch deren Kämpfer behindert haben sollen. Sie seien der Militärpolizei übergeben worden. Medienberichten zufolge kam es im Kontext der angestrebten Räumung hingegen zu Kämpfen zwischen verschiedenen Bataillonen der Nationalgarde, nachdem eine Person zwangsweise aus Geschäftsräumen entfernt werden sollte, die auf dem Gelände einer Kirche verortet sind.
3.Hasaka: Zunahme der Kriminalität
Einem syrischen Online-Medium zufolge hat sich die Sicherheitslage in der Stadt Hasaka in den letzten Monaten verschlechtert. Demnach sei ein deutlicher Anstieg der Kriminalität, einschließlich Morde, bewaffneter Raubüberfälle und Diebstähle zu verzeichnen. Das Gouvernement Hasaka gelangte erst seit Januar 2026 schrittweise unter Kontrolle der Übergangsregierung in Damaskus. Generell würden den Berichten zufolge viele Dispute in Hasaka durch die Stämme, denen die Involvierten angehören, beigelegt. In einigen Fällen kommt es aufgrund dieses Vorgehens jedoch auch zu eskalierenden, sich ausweitenden Konflikten und Rachemorden. Die Justizbehörden würden eine nur wenig effektive Rolle spielen, wodurch sie eine geringe abschreckende Wirkung haben. Die Präsenz der unterschiedlichen Sicherheitskräfte der Übergangsregierung sowie der Asayish, die eine Art Polizei unter der DAANES darstellten, trügen ebenfalls zu einer Fragmentierung der Sicherheitslage im Gouvernement Hasaka bei. Dem Medium zufolge initiierten die Asayish gemeinsam mit einer mit den SDF affiliierten Einheit am 03.06.26 eine einmonatige Sicherheitskampagne, währende derer eine erhöhte Präsenz an Sicherheitskräften in Hasaka-Stadt sich vor allem auf die Konfiszierung von Motorrädern und die Untersuchung von Fällen mit Involvierung von Motorrädern konzentrieren werden.
Quellen:
1. Enab Baladi, Suwayda National Guard Detains Truck Driver, last update 29.05.2026; ANHA, Man accused of espionage arrested;
family kidnapped from Sweida, last update 29.05.2026.
2. Enab Baladi, Suwayda Tensions Follow Church Property Evictions, last update 02.06.2026.
3. Enab Baladi, “ ھﺷﺎﺷﺔ أﻣﻧﯾﺔ” ﻣﺗﻔﺎﻗﻣﺔ ﺑﺎﻟﺣﺳﻛﺔ.. ﺳﻛﺎن ﯾطﺎﻟﺑون ﺑﺿﺑط اﻟﻔوﺿﻰ [Worsening security fragility in Hasaka: Residents demnad an end
to the chaos], last update 26.05.2026; Enab Baladi, SDF Launches Month-Long Campaign in al-Hasakah, last update 03.06.2026;
Syria TV, ﺑﻌد أﺳﺑوع ﻣن اﺧﺗﻔﺎﺋﮫ.. اﻟﻌﺛور ﻋﻠﻰ ﺟﺛﺔ ﺳﺎﺋﻖ أﺟرة ﯾﺛﯾر ﻏﺿﺑﺎ ﻓﻲ اﻟﺣﺳﻛﺔ [A week after his disappearance, the discovery of a taxi driver's
body sparks outrage in Hasakah], last update 01.06.2026; Syria TV, ﻗرار ﯾﺣظر ﺗﺟوال اﻟدراﺟﺎت اﻟﻧﺎرﯾﺔ ﻓﻲ ﻣﺣﺎﻓظﺔ اﻟﺣﺳﻛﺔ وﯾﺻﺎدر اﻟﻣﺧﺎﻟف ﻣﻧﮭﺎ
[A decision has been issued banning the movement of motorcycles in Al-Hasakah Governorate and confiscating any that violate
the ban], last update 04.06.2026.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 1. Juni 2026
1. Damaskus: Sprengstoffanschlag vor Verteidigungsministerium
Medienberichten zufolge explodierte am 19.05.26 ein Sprengsatz vor einem Gebäude des syrischen Verteidigungsministeriums in Damaskus. Ein Soldat wurde dabei getötet und 23 weitere Personen, darunter zahlreiche Zivilpersonen, verletzt. Das Verteidigungsministerium gab an, die Sicherheitskräfte hätten einen Sprengsatz in der Nachbarschaft Bab Sharqi entdeckt und seien mit der Entschärfung beschäftigt gewesen, als in der Nähe eine Autobombe explodierte und den Soldaten tötete. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Die Explosion ereignete sich an einer Hauptstraße, die die beiden Nachbarschaften Dweila und Bab Sharqi miteinander verbindet. Beide Nachbarschaften haben eine große christliche Bevölkerung.
2. Mehrere mutmaßliche IS-Kämpfer festgenommen
Medienberichten vom 23.05.26 nach sollen in Zusammenarbeit zwischen türkischen und syrischen Behörden insgesamt zehn mutmaßliche Kämpfer des sog. Islamischen Staats in Syrien festgenommen worden sein. Die Verdächtigen sollen an Anschlägen auf türkischem Territorium beteiligt gewesen sein.
3. Idlib: Kinder durch Landmine getötet
Bei der Explosion einer Landmine im Gouvernement Idlib starben Medienberichten zufolge am 21.05.26 drei Kinder in der Ortschaft Abu Habbah. Die Landmine, die aus Zeiten der aktiven Kriegshandlungen stammte, sei durch die Kinder ausgelöst worden, als sie in der Nähe eines Brunnens spielten. Vier weitere Kinder wurden demnach verwundet. Kriegsrückstände und Landminen haben seit Beginn des Krieges tausende Syrerinnen und Syrer das Leben gekostet. Ca. 14,3 Mio. Menschen in Syrien sollen UN-Daten nach von Kriegsrückständen bedroht sein. Zwischen Dezember 2024 und April 2026 wurden UNICEF zufolge mind. 698 Personen durch Kriegsrückstände getötet und 1.193 weitere verletzt. Bei 30 % der Todesopfer und 40 % der Verletzten soll es sich demnach um Kinder handeln. Zahlen einer dänischen Hilfsorganisation nach sollen 62 % der in diesem Zeitraum erfolgten Explosionen auf vieh- oder landwirtschaftlich genutzten Flächen erfolgt sein, was die besondere Gefährdung von Arbeitern in diesen Bereichen verdeutliche.
4. Nordosten: Voranschreiten der staatlichen Integration; Besetzung der Parlamentssitze
Am 17.05.26 wurde einem Medienbericht nach die Verwaltungsstrukturen in der Stadt Kobane an die Übergangsregierung übergeben. Es handelte sich bei der Stadt um einen der letzten Einflussbereiche der kurdisch dominierten sog. Demokratischen Kräfte Syriens und der zugehörigen Zivilverwaltung der DAANES, nachdem im Januar 2026 ein Großteil der Gebiete an die Übergangsregierung gefallen und am 29.01.26 eine Einigung zur Integration der vorherrschenden Strukturen in die zentralstaatlichen getroffen worden war. Dort, sowie im Gouvernement Hasaka, welches ebenfalls erst nach der militärischen Eskalation im Januar 2026 an die Übergangsregierung übergeben wurde, wurden am 24.05.26 die Auswahlprozesse für den Einzug von Vertreterinnen und Vertreter aus Nordostsyrien in das syrische Parlament abgehalten. Für den Großteil des Landes wurden die Sitze bereits im Oktober 2025 bestimmt, Raqqa und Deir ez-Zor folgten nach Kontrollübernahme der Übergangsregierung. Zur Wahl berechtigt waren lediglich Mitglieder von Wahlgremien, welche wiederum durch die Behörden der Übergangsregierung überprüft wurden. Die Gesamtzahl kurdischer Vertreterinnen und Vertreter im Parlament stieg damit auf insgesamt 9 Personen an. Dies sei zahlreichen Beobachterinnen und Beobachtern zufolge jedoch nicht repräsentativ für den kurdischen Anteil von ca. 20 % an der Gesamtbevölkerung. Das verbleibende Drittel der Parlamentssitze soll dem angekündigten Ablauf entsprechend nun durch den
Übergangspräsidenten Ahmad al-Sharaa direkt benannt werden. Dies böte die Gelegenheit, Defizite in der Repräsentation auszugleichen. Das Übergangsparlament soll einem Sprecher zufolge zeitnah zu einer konstituierenden Sitzung zusammenkommen.
5. Nordosten: Überschwemmungen entlang des Euphrats führen zu Zerstörungen und Todesopfern
Im nördlichen Raqqa und östlichen Deir ez-Zor kam es Berichten vom 27.05.26 nach in Folge steigender Pegelstände des Euphrats zu Überschwemmungen von Ortschaften und Wohngebieten entlang des Flussbetts. Ausgelöst wurden die Überflutungen durch die Schneeschmelze in der Türkei sowie außergewöhnlich hohen Niederschlag in dieser Jahreszeit, die dazu führten, dass zusätzliche Wassermassen aus der Türkei flussabwärts abgegeben werden mussten. Um Schäden am Euphrat-Staudamm zu vermeiden und diesen zu entlasten, wurden auch durch die syrischen Behörden die Überlauftore geöffnet. Die daraus resultierenden Überschwemmungen beschädigten und zerstörten Infrastruktur und Wohnhäuser, darunter mehr als 60 Wasserstationen sowie mehr als 5.000 Dunam landwirtschaftlich genutzter Flächen. Es soll in den ersten Tagen zu mindestes fünf Todesopfern gekommen sein, darunter vier Kinder. Mehrere Brücken stürzten unter der Belastung ein und die Strom- und Trinkwasserversorgung in vielen Ortschaften brach zusammen.
6. Proteste nach Anpassung des staatlichen Weizenkaufpreises
Medienberichten vom 19.05.26 zufolge kam es nach der Verkündung des neuen Weizenpreises durch das Ministerium für Wirtschaft und Industrie zu Protesten von Landwirtschaftstreibenden. Der neue Einkaufspreis für eine Tonne Weizen solle demnach bei 46.000 SYP liegen, was etwa 283 EUR (Stand: 01.06.26) entspräche. Aufgrund hoher Produktionskosten und Ernteausfällen in den vergangenen Jahren sei es für Landwirte mit diesem Preis kaum erschwinglich, ihre Arbeit fortzusetzen.
7. Homs: Angriffe auf Zivilpersonen durch unbekannte Täter
In Homs wurde bei einem Granatenangriff durch unbekannte Täter am 19.05.26 eine Frau verletzt. Der Berichterstattung zufolge hätten die Täter aus einem fahrenden Auto vier Granaten auf eine Gruppe Personen geworfen, nachdem es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen zwei Einzelpersonen gekommen war. Lediglich eine der Granaten explodierte und verwundete die Frau. Die Sicherheitslage in Homs Stadt bleibt aufgrund gesellschaftlicher Spannungen weiterhin volatil. Eine Menschenrechtsaktivistin erfasste allein im Januar 2026 die Tötung von 14 Zivilpersonen, im Februar 2026 von weiteren 16 Personen. Häufig handele es sich um Angriffe aus fahrenden Fahrzeugen heraus, vor allem von Motorrädern. Diese ermöglichten es den Tätern, in bewachte Nachbarschaften zu gelangen und sich zügig zurückzuziehen, ohne an den bestehenden Sicherheitskontrollen aufgehalten zu werden. Zum Ziele der Angriffe würden insbesondere alawitische Zivilpersonen, zunächst vor allem mit (unterstellter) Verbindung zum vormaligen Assad-Regime. In den vergangenen Monaten hätte sich dies jedoch auf die alawitische Gemeinschaft als Gesamtzielgruppe ausgeweitet.
Quellen:
1. Associated Press, Blast outside a Syrian defense ministry building kills a soldier, wounds 12 people, last update 19.05.2026; The Amargi, Panic in Damascus after car bomb detonates near military building, last update 20.05.2026; Levant24, Damascus Defense Ministry Bombing Kills Soldier Raises Fresh Security Concerns, last update 21.05.2026.
2. Reuters, Turkey captures 10 Islamic State militants in Syria, sources say, last update 23.05.2026.
3. Associated Press, A grieving father buries his 6-year-old after a land mine kills 3 children in Syria’s Idlib, last update 22.05.2026; DRC, Mine Awareness Day: Explosive ordnance remains one of the deadliest legacies of war, last update 01.04.2026; UNICEF, Children in Syria remain at deadly risk from explosive remnants of war, last update 04.04.2026.
4. Associated Press, Syria holds legislative elections in Kurdish-majority northeast, last update 24.05.2026; The New Arab, Kurds hand over Kobani administration to Syrian government, last update 18.05.2026; The New Arab, Syria concludes parliamentary voting in former Kurdish-controlled areas, last update 24.05.2026; The New Arab, Syria names new lawmakers after vote in former Kurdish-held northeast, last update 25.05.2026; Long War Journal, Syria holds elections in Kurdish-majority areas, finds Assad-era chemical weapons, last update 30.05.2026.
5. Tagesschau.de, Euphrat-Hochwasser sorgt für Überschwemmungen, last update 30.05.2026; Associated Press, Flooding from Euphrates River damages homes and prompts evacuations in Syria, last update 27.05.2026; Associated Press, Photos of rare Euphrates River flooding forcing Syrians inland, last update 29.05.2026; The New Arab, Syria launches emergency response as Euphrates flooding hits Deir ez-Zor, last update 30.05.2026.
6. Enab Baladi, Farmers Protest Syria’s Wheat Price Decision, last update 19.05.2026.
7. Enab Baladi, Syria: Unknown Assailants Throw Grenades in Karm al-Zeitoun, last update 21.05.2026; Syrians for Truth and Justice, اﻟﻘﺗل اﻟﻣﺗﻧﻘل: ﻧﻣط ﻣﺗﻛرر ﻣن اﻟﻘﺗل اﻟﻣﺑﺎﺷر ﺑﺎﺳﺗﺧدام اﻟدراﺟﺎت اﻟﻧﺎرﯾﺔ ﺑﺣﻖ ﻣدﻧﯾﯾن/ات ﻓﻲ ﺳورﯾﺎ, last update 26.02.2026.

Länderreport Syrien nach Assad
Der Länderreport des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befasst sich mit der Situation in Syrien seit dem Sturz der Assad-Regierung und der Machtübernahme Hay’at Tahrir al-Shams. Er enthält Informationen zum Aufbau von Regierungs- und Sicherheitsstrukturen durch die neue Übergangsregierung, Vorfälle und Trends in der Sicherheitslage, die Situation von bestimmten Bevölkerungsgruppen unter den neuen Herrschern sowie über den Umgang der Behörden mit der Zivilbevölkerung und die humanitäre Lage innerhalb des Landes.
Den Länderreport gibt es unter: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Behoerde/Informationszentrum/Laenderreporte/2026/2025-03-laenderreport-syrien.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Machtwechsel in Syrien: SVR fordert weiterhin Schutz für Geflüchtete
Vor dem Hintergrund des Machtwechsels in Syrien warnt der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) in einem aktuellen Pressestatement vor vorschnellen Rückkehrforderungen.
Zwar sei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach §73 AsylG gesetzlich verpflichtet, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu widerrufen, wenn die Voraussetzungen dafür nicht mehr vorliegen. „Das ist aber erst dann der Fall, wenn sich die Verfolgungssituation dauerhaft geändert hat und nicht mehr besteht, so dass den Rückkehrenden keine Gefahren mehr drohen. Das kann seriös derzeit niemand sagen, entsprechende Forderungen sind daher vor dem Hintergrund des beginnenden Wahlkampfes zu sehen“, sagt der SVR-Vorsitzende Prof. Hans Vorländer.
Das vollständige Pressestatement gibt es unter: https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2024/12/SVR-Presseinformation_Syrische-Fluechtlinge-brauchen-weiterhin-Schutz.pdf

Aktuelles aus Syrien: Informationen aus den wöchentlichen Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 3. November 2025
Informationen über Syrien in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrien