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UNTERSTÜTZUNG bei ASYL, AUFENTHALT, BILDUNG, ARBEIT, WOHNEN und TEILHABE

Syrische Flüchtlinge in Deutschland

Informationen zu Abschiebungen und Rückkehr nach Syrien

Aktuelles aus Syrien vom 10. August 2026

Aktuelles aus Syrien vom 3. August 2026

Aktuelles aus Syrien vom 27. Juli 2026

Länderreport Syrien nach Assad

Machtwechsel in Syrien: SVR fordert weiterhin Schutz für Geflüchtete

Wikipedia über Syrien

Syrische Flüchtlinge in Deutschland

Aktuell leben 930.112 syrische Staatsangehörige in Deutschland (Stand: 28.2.2026). Von ihnen sind 10.718 Personen ausreisepflichtig (davon 9.787 Personen geduldet). Die Zahl der Syrer in Deutschland ist leicht rückläufig. Im Dezember 2025 waren es noch 936.300 Personen (4 Prozent weniger als Ende 2024). 70 Prozent von ihnen hatten einen befristeten Aufenthaltstitel – davon rund 544.700 Personen einen Aufenthaltstitel aus „völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen”


Mehr dazu unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/syrische-fluechtlinge-in-deutschland-aufenthaltsstatus/

Abschiebungen und Rückkehr nach Syrien

Syrien steht nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 vor einem Neubeginn – viele Geflüchtete denken über eine Rückkehr nach. In Deutschland wird außerdem vermehrt über Abschiebungen nach Syrien diskutiert.


So haben nach dem Machtwechsel viele Kriegsflüchtlinge beschlossen, nach Syrien zurückzukehren. Seit November 2024 sind laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund eine Million Syrer*innen aus dem Ausland nach Syrien zurückgekehrt . Rund 510.000 Menschen kamen aus der Türkei, etwa 270.000 aus dem Libanon und 157.000 aus Jordanien (Stand: September 2025). Laut einer Befragung des UNHCR wollen rund 18 Prozent der syrischen Geflüchteten, die in den Nachbarländern leben, bis August 2026 nach Syrien zurückkehren. 1,8 Millionen "Binnenflüchtlinge" (internally displaced persons) konnten zudem innerhalb von Syrien an ihre Herkunftsorte zurückkehren.


Seit Januar 2025 können syrische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Deutschland im Rahmen des Bund-Länder-Programms REAG/GARP nach Syrien zurückkehren. Nach Angaben des Innenministeriums auf Anfrage des Mediendienstes sind zum Stichtag 31.10.2025 rund 2.900 Ausreisen über das Programm erfolgt. Das Programm deckt Reisekosten, eine Reisebeihilfe (200 Euro für Erwachsene, 100 Euro für Minderjährige) und finanzielle Starthilfe (1.000 EUR pro Person, maximal 4.000 EUR pro Familie) sowie gegebenenfalls medizinische Kosten.Quelle


Freiwillige Ausreisen nach Syrien können seit 2017 auch durch die zuständigen Stellen der Länder gefördert werden. Zwischen Dezember 2024 und Ende Oktober 2025 gab es darüber 346 freiwillige Ausreisen.


Mehr dazu und über mögliche Abschiebungen gibt es unter: https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/abschiebungen-und-rueckkehr-nach-syrien/

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 10. August 2026

1. Rif Dimashq: 14 Verletzte durch Sprengstoffangriff auf Minibus


Medienberichten zufolge wurden am 06.08.26 mind. 14 Personen bei einer Explosion in einem Minibus verwundet, drei davon schwer. Ein Sprengsatz, welcher an dem öffentlichen Verkehrsmittel angebracht war, explodierte demnach im mehrheitlich drusischen Jaramana. Eine bislang weitgehend unbekannte Gruppierung unter dem Namen Minbar Ansar al-Rasoul habe die Durchführung des Angriffs für sich beansprucht. Einzelnen Medienberichten zufolge lassen sich die ersten Online-Aktivitäten der Gruppierung auf wenige Wochen zuvor datieren und bestanden primär aus religiösen Nachrichten und Stellungnahmen an die christliche, vor allem jedoch drusische Gemeinschaft in Jaramana. Es ist bislang nichts über die Gruppierung, ihre Mitglieder, Führung, Größe oder konkrete Ideologie bekannt. Eine Bestätigung der Verantwortlichkeit der Gruppierung oder deren Existenz von offizieller Seite war zunächst ebenfalls nicht erfolgt.


2. Nordostsyrien: Integration der SDF- und DAANES-Strukturen in finalen Zügen


Stellungnahmen mehrerer Beteiligter zufolge befindet sich der Integrationsprozess der SDF in die Strukturen der Übergangsregierung am 01.08.26 in der finalen Phase. Insbesondere im militärischen und Sicherheitsbereich seien deutliche Fortschritte erzielt worden. In den vergangenen Monaten schritt Medienberichten nach, die Integration der Verwaltungsstrukturen im Gouvernement Hasaka in den syrischen Staatsapparat voran. Fortschritte habe es außerdem im Rahmen von Rückkehrprogrammen von Binnenflüchtlingen aus dem Nordosten in ihre Heimatregionen gegeben, obgleich die hohe Kontamination mit Kriegsrückständen eine Rückkehr in Gebiete wie Ras al-Ayn weiterhin erschwere. Etwa 12.500 Personen könnten daher bislang nicht zurückkehren. Es sei außerdem verkündet worden, dass die Frauenverteidigungseinheiten der SDF, die YPJ, als Anti-Terroreinheit in die Kräfte des Innenministeriums integriert werden würden. Das Verteidigungsministerium lehne eine Eingliederung der rein weiblichen, kampferprobten Einheiten ab, was eine der größten Herausforderungen im Vollzug der Integrationsmaßnahmen darstelle. Bislang wurde eine bevorstehende offizielle Auflösung der SDF und DAANES jedoch nicht bestätigt.


3. Suweida: Angriff auf Justizverwaltung; Entführung eines Aktivisten; hoher Grad an Gewalt


Medienberichten zufolge wurde am 03.08.26 das Gebäude der Justizverwaltung der de-facto-Autoritäten in Suweida Stadt mit zwei Handgranaten angegriffen. Es seien lediglich Materialschäden entstanden. Es blieb zunächst unklar, wer den Angriff verübt hatte. Suweida steht größtenteils unter Kontrolle des drusischen Milizenbündnisses, der sog. Nationalgarde, welche dem drusischen Würdenträger Sheikh Hikmat al-Hijri nahesteht. Insbesondere seit der Gewalteskalation im Juli 2025 in Suweida stehen sie der Übergangsregierung ablehnend gegenüber und haben eigene Verwaltungsstrukturen aufgebaut. Innerhalb des Gouvernements kommt es immer wieder zu Gewaltvorfällen innerhalb der Bevölkerung auch aufgrund der weiten Verbreitung von Waffen. Ein syrisches Online-Medium zählte mind. 20 Fälle von (versuchten) Tötungen und Angriffen von Beginn des Jahres 2026 bis Mitte Mai 2026. Am 06.08.26 kam es Berichten zufolge zu einem Streit um finanzielle Angelegenheiten zwischen mehreren Personen, im Rahmen dessen zwei Zivilpersonen getötet und fünf weitere verletzt wurden, nachdem der Streit in bewaffnete Auseinandersetzungen eskalierte. Bereits am Tag zuvor war es andernorts zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Medien berichteten außerdem, dass am 03.08.26 ein Aktivist aus Suweida von Unbekannten entführt wurde nur wenige Tage nachdem er von lokalen Polizeikräften aufgrund kritischer Beiträge in sozialen Medien über die schlechten Lebensbedingungen und Sicherheitslage in Suweida geladen worden war. Dort sei er eigenen Angaben zufolge aufgefordert worden, diese zu löschen und durch Beiträge zu ersetzen, die ein positives Licht auf die Region werfen, was er verweigert habe.


4. Erster Inlandsflug nach Deir ez-Zor


Medien berichteten am 05.08.26 von der Landung des ersten Inlandsfluges von Damascus International Airport nach Deir Ezzor International Airport. Nach einem Jahrzehnt des Stillstands wurde damit der Flugbetrieb nach Deir ez-Zor wiederaufgenommen. Bereits am 08.08.26 sei der erste internationale Flug von Kuwait nach Deir ez-Zor von der Fluggesellschaft Jazeera Airways geplant.


Quellen:


1. Reuters, Syria says bomb on minibus near Damascus wounded 14, deaths reported mistakenly, Last update 06.08.2026; France24, Minibus explosion in Damascus suburb wounds 14 people, Last update 06.08.2026; SOHR, “Minbar Ansar Al-Rasoul” claims responsibility for Jaraman explosion, Last update 06.08.2026; Shafaq News, Minbar Ansar al-Rasoul claims deadly Damascus bus bombing, Last update 06.08.2026; The Media Line, Obscure Group Claims Responsibility for Jaramana Bus Bombing That Killed 2 and Injured at Least 13, letzte Aktualsiierung 08.09.2026; Enab Baladi, Two Killed, 13 Injured in Jaramana Minibus Bombing, Last update 06.08.2026.


2. Enab Baladi, Presidential Team: SDF Integration in Final Stages, Last update 01.08.2026; Enab Baladi, Al-Sharaa, Abdi Discuss SDF Integration Agreement, Last update 04.08.2026; Rudaw, YPJ to integrate into Syrian interior ministry: Kurdish official, Last update 04.08.2026.


3. Enab Baladi, Grenades Target Military Judiciary Office in Suwayda, Last update 03.08.2026; Enab Baladi, Suwayda Activist Abducted Days After Police Summons, Last update 03.08.2026; Enab Baladi, Two Killed, Five Wounded in Suwayda “Financial Dispute”, Last update 07.08.2026.


4. Zaman al-Wasl, First Syrian Airlines domestic flight lands at Deir Ezzor Airport from Damascus, letzte Aktualisieurng 05.08.2026; Arab News, Syria’s Deir Ezzor Airport receives first domestic flight in decade, Last update 05.08.2026.

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 3. August 2026

1. Frauenrechte: Einschränkung durch soziale Normen und wirtschaftliche Faktoren


Ein am 25.07.26 veröffentlichter Medienbericht, der sich auf die Befragung syrischer Frauen im Gouvernement Suweida stützt, beschreibt die eingeschränkte Durchsetzung von Frauenrechten bedingt durch diverse soziale und wirtschaftliche Faktoren. Dies werde insbesondere in Erbrechtsfragen deutlich: Zwar räume das syrische Recht Frauen Erbansprüche ein, aufgrund ortsüblicher Gepflogenheiten sähen sich jedoch viele Frauen gezwungen, auf ihren Erbanteil zu verzichten, u.a. um Land und Besitz in der Familie zu behalten. Eine Frau, die ihre Erbrechte einfordert, könne demzufolge Ablehnung durch die Familie oder sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sein. Obwohl ihnen der Zugang zu den Gerichten gesetzlich garantiert sei, hinderten darüber hinaus hohe Prozesskosten viele Frauen an einer Klageeinreichung, insbesondere wenn sie über kein eigenes Einkommen verfügten. Zudem zwinge das Fehlen eines eigenen Einkommens, einer Wohnung oder eines familiären Netzwerks manche Frauen, nach einer Scheidung ihr Sorgerecht für die Kinder abzugeben. Eine Witwe kann u.U. Renten- oder Entschädigungsleistungen aus der Beschäftigung ihres verstorbenen Mannes beziehen, verliert diesen Anspruch jedoch bei einer Wiederheirat.


2. Erster Direktflug von Deutschland nach Syrien


Seit fast 15 Jahren führte laut Medienberichten LEAV Aviation als erste deutsche Fluggesellschaft am 29.07.26 wieder einen Direktflug nach Syrien durch. Dieser startete von Düsseldorf mit dem Ziel Damaskus. Laut Angaben der Fluggesellschaft sollen die Direktverbindungen ab Anfang August 2026 zudem auf Aleppo ausgeweitet werden. Auch andere deutsche Anbieter wollen die Verbindung wieder in ihr Angebot aufnehmen. Der Erstflug von Sundair sei für den 15.08.26 geplant.


3. Hasaka: Mobilisierung arabischer Stämme


In den vergangenen Tagen mobilisierten sich mehrere arabische Stämme in der Nähe von Hasaka-Stadt und errichteten dort laut Medienberichten ein „Kriegszelt“. Nach Angaben eines kurdischen Mediums beschränkte sich der Protest ab dem 23.07.26 zunächst auf die Forderung besserer Dienstleistungen. Im späteren Verlauf sollen die Stammesmitglieder ihre Rückkehr in Gebiete, aus denen sie im Zuge des Krieges fliehen mussten, sowie die Abschaffung der kurdischen de-facto-Verwaltung und die Niederlegung der Waffen durch die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) gefordert haben. In sozialen Medien kursierende Aufnahmen sollen zeigen, wie einige Stammesmitglieder mit der Tötung von Kurdinnen und Kurden drohten. Die Übergangsregierung bemüht sich Berichten zufolge um eine Deeskalation der Lage.


4. Syrische Männer aus israelischer Haft entlassen


Am 28.07.26 ließen israelische Streitkräfte zwei syrische Männer frei, die sich Berichten zufolge etwa Jahr in israelischer Haft befanden. Die Männer stammen aus den Gouvernements Quneitra und Rif Dimashq. Berichten zufolge befinden sich derzeit noch mindestens 47 syrische Personen in israelischen Gefängnissen. Im Rahmen ihrer Militäroperationen in Südsyrien nimmt die israelische Armee immer wieder meist junge syrische Männer fest. Einige werden nach wenigen Stunden freigelassen, andere werden an unbekannte Orte gebracht, ohne dass ihre Familien Informationen über ihren Aufenthaltsort oder die Haftbedingungen erhalten.


5. Tote und Verletzte durch Explosion von Kriegsmittelresten


Die Explosion einer Landmine in Duwayr al-Akrad (Gouvernement Hama) forderte am 28.07.26 ein ziviles Todesopfer, vier wurden verwundet. Am selben Tag wurde Berichten zufolge ein Soldat des Verteidigungsministeriums getötet und ein weiterer verletzt, als eine Mine in der Nähe des Dorfes al-Kabina (Gouvernement Latakia) explodierte. Hinsichtlich der geografischen Verteilung der dokumentierten Landminenopfer gelten die Gouvernements Aleppo, Raqqa, Deir ez-Zor und Hama laut einem Bericht der syrischen Menschenrechtsorganisation SNHR als die am stärksten kontaminierten Regionen.


Quellen:


1. Enab Baladi, Women’s Rights in Suwayda Clash With Social Customs, last update 25.07.2026.


2. Die Zeit, Direktflüge zwischen Deutschland und Syrien laufen wieder, last update 29.07.2026; Deutschlandfunk, Syrien-Öffnung geht weiter: Nun auch Direktflüge nach Aleppo, last update 31.07.2026; Deutschlandfunk, Direktflüge zwischen Deutschland und Syrien wieder aufgenommen, last update 30.07.2026.


3. The Jerusalem Post, Arab tribal ‘war tent’ raises fears of Kurdish-Arab violence in eastern Syria – analysis, last update 25.07.2026; Rudaw, Arab tribal fighters set up 'War Tent' against Rojava rule, last update 25.07.2026.


4. The New Arab, Israel releases two Syrian men after more than a year in detention, last update 30.07.2026; Enab Baladi, Israel Releases Two Syrians After Nearly a Year, last update 29.07.2026.


5. North Press Agency, One killed, several injured in Hama landmine blast, last update 28.07.2026; Enab Baladi, One Killed, Four Injured in Hama Landmine Blast, last update 28.07.2026

Aktuelle Informationen aus den Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 27. Juli 2026

1. Kriegsmittelreste: Anhaltend hohe Kontamination


Etwa 80 % des syrischen Territoriums ist weiterhin durch Kriegsmittelreste kontaminiert. Laut einem Medienbericht vom 20.07.26, der sich auf Angaben der Abteilung für die Beseitigung von Kriegsmittelresten und Minen des Ministeriums für Notfall- und Katastrophenmanagement beruft, seien seit Jahresbeginn 2026 rd. 70 Personen durch Minen und Blindgänger getötet oder verletzt worden. Der Großteil der Dekontaminations- und Sensibilisierungsmaßnahmen des Ministeriums konzentriere sich demnach auf die Gouvernements Hama, Aleppo, Idlib und Deir ez-Zor, da diese Gebiete besonders stark betroffen seien und eine steigende Zahl von Rückkehrerinnen und Rückkehrern verzeichneten.


2. Israelische Militäroperationen im Süden


In den vergangenen Tagen führte das israelische Militär verstärkt Operationen in Syrien durch. So berichteten Medien, dass eine israelische Drohne am 18.07.26 zwei Blendgranaten auf die Straße zwischenAbidin und Maariya im Yarmouk-Becken im Westen des Gouvernements Daraa abwarf. Demnach soll der Angriff auf eine Straßenblockade abgezielt haben, die die Lokalbevölkerung wiederholt zur Verhinderung des Eindringens israelischer Militärfahrzeuge errichtet hatte. Im Gouvernement Quneitra feuerte die israelische Armee am 19.07.26 mehrere Blendgranaten auf Ackerflächen nahe der Stadt Hamidiya ab. Zudem berichteten Medien über mehrere temporär errichtete Kontrollpunkte sowie die Festnahme eines Mannes, der auf dem Weg nach al-Razaniya einen israelischen Kontrollpunkt in Sida Golan im südlichen Quneitra passierte; sein Verbleib ist bislang unklar. Am 20.07.26 verletzten israelische Streitkräfte zwei Männer in Jamla (Gouvernement Daraa) durch Schüsse, nachdem eine Gruppe von Anwohnern die Zugangsstraße blockiert und mit Steinen geworfen hatte, um das weitere Vorrücken der israelischen Patrouille zu unterbinden.


3. Nordosten: Zwischenbilanz zum Integrationsabkommen zwischen Übergangsregierung und SDF


Rund ein halbes Jahr nach der Unterzeichnung eines Integrationsabkommens zwischen den mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräften Syrien (SDF) und der Übergangsregierung bleiben Streitigkeiten über politische Repräsentation und Regierungsverführung bislang weitgehend ungelöst. Laut einem Medienbericht vom 21.07.26 zu bisherigen Entwicklungen bei der Zusammenführung militärischer und

administrativer Strukturen seien insbesondere im Bereich der Sicherheitskooperation und der öffentlichen Dienstleistungen dagegen umfangreichere Fortschritte erzielt worden: Wie in dem Abkommen vom 29.01.26 vorgesehen, wurden zwischenzeitlich vier SDF-Brigaden im Nordosten etabliert, zudem traten seither rd. 5.000 SDF-Kämpfer der syrischen Armee sowie rd. 4.000 Mitglieder der Asayish, der inneren Sicherheitskräfte der SDF, dem Sicherheitsapparat des Innenministeriums bei. Demnach soll der Großteil der integrierten Sicherheitskräfte an Umschulungsmaßnahmen der Zentralregierung teilgenommen haben. Außerdem werden mehrere Kontrollpunkte gemeinsam von den Asayish und dem Innenministerium betrieben. In Qamishli (Gouvernement Hasaka) sei die Präsenz der Zentralregierung dagegen deutlich geringer und lediglich auf ihre dortigen Stützpunkte beschränkt. Die Verhandlungen über den künftigen Status der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) zählt Berichten zufolge zu den umstrittensten Aspekten des Übergangsprozesses, nachdem die Zentralregierung die Integration weiblicher Kämpferinnen in die Streitkräfte weiterhin ablehnt.


Die Integration ziviler Verwaltungsstrukturen der Demokratischen Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien (DAANES) schreite Berichten zufolge im Vergleich zum Sicherheitsbereich deutlich langsamer voran und werde insbesondere durch Uneinigkeiten im Justizwesen und hinsichtlich der Anzahl der zu ernennenden DAANES-Richterschaft blockiert. Der größte Integrationserfolg sei bislang im Gesundheitssektor erzielt worden. Auf politischer Ebene fehlt es Berichten zufolge außerdem an entsprechender Repräsentation: Auch im letzten Drittel der Volksratsmandate, das Präsident Ahmed al-Sharaa selbstständig vergab, finde sich unter den kurdischen Mandatstragenden demnach keine einzige SDF-nahe Vertretung.


Quellen:


1. Enab Baladi, War Remnants Contaminate 80% of Syrian Territory, last update 20.07.2026.


2. Enab Baladi, Israeli Drone Targets Abidin-Maariya Road, last update 18.07.2026; Enab Baladi, Israel Targets Farmland in Hamidiyah, Quneitra, last update 19.07.2026; Enab Baladi, Israel Intensifies Attacks and Arrests in Quneitra, last update 20.07.2026; Enab Baladi, Israeli Gunfire Wounds Two Young Men in Rural Daraa, last update 21.07.2026.


3. The New Arab, Security first, politics later: What next for the SDF-Damascus deal?, last update 21.07.2026; Etana, BRIEF: Recent developments in north-east Syria, last update 15.07.2026.

Länderreport Syrien nach Assad

Der Länderreport des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befasst sich mit der Situation in Syrien seit dem Sturz der Assad-Regierung und der Machtübernahme Hay’at Tahrir al-Shams. Er enthält Informationen zum Aufbau von Regierungs- und Sicherheitsstrukturen durch die neue Übergangsregierung, Vorfälle und Trends in der Sicherheitslage, die Situation von bestimmten Bevölkerungsgruppen unter den neuen Herrschern sowie über den Umgang der Behörden mit der Zivilbevölkerung und die humanitäre Lage innerhalb des Landes.


Den Länderreport gibt es unter: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Behoerde/Informationszentrum/Laenderreporte/2026/2025-03-laenderreport-syrien.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Machtwechsel in Syrien: SVR fordert weiterhin Schutz für Geflüchtete

Vor dem Hintergrund des Machtwechsels in Syrien warnt der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) in einem aktuellen Pressestatement vor vorschnellen Rückkehrforderungen. 


Zwar sei das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach §73 AsylG gesetzlich verpflichtet, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu widerrufen, wenn die Voraussetzungen dafür nicht mehr vorliegen. „Das ist aber erst dann der Fall, wenn sich die Verfolgungssituation dauerhaft geändert hat und nicht mehr besteht, so dass den Rückkehrenden keine Gefahren mehr drohen. Das kann seriös derzeit niemand sagen, entsprechende Forderungen sind daher vor dem Hintergrund des beginnenden Wahlkampfes zu sehen“, sagt der SVR-Vorsitzende Prof. Hans Vorländer.


Das vollständige Pressestatement gibt es unter: https://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2024/12/SVR-Presseinformation_Syrische-Fluechtlinge-brauchen-weiterhin-Schutz.pdf

Aktuelles aus Syrien: Informationen aus den wöchentlichen Briefing Notes des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 3. November 2025

Informationen über Syrien in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrien

Impressum: Willkommensbündnis für geflüchtete Menschen in Steglitz-Zehlendorf, Haus der Familie des DRK Berlin Südwest gGmbH, Düppelstraße 36, 12163 Berlin, E-Mail: info@wikobuesz.berlin verantwortlich: Günther Schulze, guenther.schulze@wikobuesz.berlin

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